Das römische Alphabet | Mutter der Antiqua!

Antiqua-Romana

Römisches ABC
Antiqua – Capitalis Romana

Das römische Alphabet – Entwicklung

Bis zum Ende des 1. Jhd. v. Chr. bestand das römische Alphabet aus 21 Zeichen. Die Buchstaben K, Y und Z ergänzten erst später das römische Alphabet, um beispielweise griechische Namen oder Lehnworte korrekt schreiben zu können.

Das Z, ein sehr alter Buchstabe, geriet für eine Weile in Vergessenheit, wurde dann aber zur Darstellung griechischer Worte reanimiert. Die Buchstaben J und V waren die Konsonanten zu I und U.

Da sie genauso ausgesprochen wurden wie die Vokale, brauchte man sie als Buchstaben für die geschriebene Sprache nicht. Wobei das Schreiben bei den Römern zu dieser Zeit nichts mit Stift und Papier zu tun hatte! Es war eher ein Meißeln und Sticheln.

Capitalis Romana – Mutter der Antiqua

Die originale römische Schriftkunst ist bekannt durch in Stein gehauene Worte an monumentalen Palästen und Säulen aus dieser Zeit. Das Geschriebene wurde von den Römern für die Ewigkeit, versal in Stein gehauen. Und dies ohne Punkt und Komma. Capitalis romana heißt die Mutter aller Antiquas. Diese römische Urschrift erschien im Blocksatz und ihre Buchstaben glichen den geometrischen Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck. Es war im wahrsten Sinne eine Kunstschrift, denn an Lesbarkeit schien der Schrift nicht sehr gelegen.

Unterschiedliche Schriften für verschiedene Zwecke

Die scriptura monumentalis war bei den Römern die bevorzugte Type für steinerne Inschriften. Zunächst wurden die Buchstaben mit einem Pinsel auf den Stein vorgezeichnet. Dann wurden die Worte vom Steinmetz ausgeschlagen. Durch Präzision in der Ausarbeitung der Ecken entstanden sogar sehr feinen Serifen. Das machte das Können und die Expertise eines römischen Steinmetzes aus!

Beim Beschreiben von Metall kam die so genannte römische scriptura actuaria zum Einsatz. Das Gravieren mit einem Stichel ins Metall ließ kleinere und weniger streng geformte Buchstaben zu. In Metall gestichelt, durften die Buchstaben auch unterschiedlich hoch sein und in den Rundungen nicht so akkurat.

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