Geschichte Roms: Das Zwölftafelgesetz

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Die Geschichte Roms – das Zwölftafelgesetz

451 v. Chr. formulierten die Plebejer sehr deutlich, dass sie ein Mitspracherecht im öffentlichen Leben Roms wollten. Die Ernennung der Konsuln musste gar verschoben werden.

Schriftliche Gesetze waren die Hauptforderung der Plebs und so setzte sich ein Gremium aus Patriziern zusammen, die decemviri (zehn Männer), um eine schriftliche Sammlung von Gesetzen für das Zusammenleben im antiken Rom zu erstellen. Angeregt waren die Plebejer dazu von den Griechen, bei denen das schriftliche Gesetz sich längst bewährt hatte. Das Ergebnis wurde von der comitia centuriata zum gültigen Gesetz erklärt und anschließend auf zwölf Tafeln niedergeschrieben. Diese wurden auf dem Forum aufgestellt, damit sie für jeden zugänglich und lesbar waren.

Geschenk Roms an die Nachwelt

Die zwölf Gesetzestafeln sollten sich als ein Geschenk Roms für die Nachwelt erweisen, denn die Gesetze waren klar und knapp formuliert und umfassten viele Fragen des alltäglichen Lebens im Gemeinwesen der Stadt Rom. Umfassende Grundsätze waren in den Gesetzen genauso berücksichtigt wie Nebensächlichkeiten. Öffentliches Recht, privates Recht, Strafrecht und Regeln für etwa die Gesundheitsfürsorge bis zur Sicherheit der Einwohner Roms fanden in der Gesetzestafel Formulierungen. Die Auswirkungen des Zwölftafelgesetzes auf spätere Generationen waren enorm. Die zwölf Tafeln galten als die Quelle der gesamten römischen Gesetzgebung. Auch der Erziehung der römischen Bürger hatten sie Einfluss.

Das Los der Plebs

Hatten die Plebejer nun ihre Forderungen erreicht, waren sie jedoch alles andere als Zufrieden mit dem Ergebnis. Denn das Zwölftafelgesetz der decemviri, die allesamt aus den Reihen der Patrizier kamen, berücksichtigte ihnen nicht ausreichend ihre Lage innerhalb der römischen Gesellschaft. Dennoch ist es bemerkenswert, dass ein Volk in einer so frühen Entwicklungsphase die Rechtsprechung von der Religion löste und in den Gesetzen einen Sinn von Gerechtigkeit und Gleichheit darstellte. Auch Verträge und Eigentum sind in den Gesetzen auf zwölf Tafeln klar formuliert und sogar die Ehegesetze lösen sich von archaischen Vorstellungen, indem sie liberal gemildert sind. So wurde in den Zwölftafelgesetzen zwar an der Vollmacht des Ehemanns als pater familias festgehalten, jedoch seine Autorität dahingehend eingeschränkt, dass der Ehefrau nach dem 25. Lebensjahr das Verfügungsrecht über ihren persönlichen Besitz zustand!

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