Kneipen der Römer, fein oder Schein?

Schmierige Sitz-Kneipen und Wirtshäuser

Römische TabernaIm antiken Rom gab es keine Wirtshauskultur oder Kneipen wie heutzutage, sondern nur den etwas fragwürdigen Charme düsterer Eckkneipen. Es war weder idyllisch, noch sinnlich.

Schon bei Tage konnte man sich dort gut verstecken.

Grund dafür waren auch rußende Öllampen und Kerzen.

Üblicherweise waren die Kneipen somit verräuchert und nicht selten stank es nach Ausdünstungen und das Ungeziefer kroch über die Stühle.

Die „Sommertierchen der Kneipen“ (cauponarum aestiva animalia) zeugten von wenig Hygiene und die „uncta popina“ („schmierige Kneipe“) roch nach den Ausdünstungen des gebratenen Fleisches. Die Ausstattung der Kneipen war schlicht. 

Näheres zu der Kneipenausstattung

Römisches ThermopoliumDer Bartresen besaß Öffnungen für Wein-, Wasser- und Ölamphoren und es wurden auch Kunden mit Essen zum Mitnehmen versorgt.

Die Kneipen hatten mindestens einen Ofen, auf dem warme Gerichte gekocht werden konnten. Lebensmittel wie Würste hingen dabei über den Sitzplätzen.

Außerdem, was sehr negativ aufgenommen wurde, saß (!) man dort beim Essen und Trinken und lag nicht, wie es sich sonst gehörte. Diese „popina sellariola“  (Sitzkneipen)

waren damals so weit verbreitet wie heutzutage die „Stehkneipe“, wobei die meisten Römer in Unlust verfielen, als sie den Anblick der Kneipen vor sich hatten.

Die „taberna“ war eher ein Ort, an den sich die gesellschaftliche Oberschicht nicht traute, da sie dort keinen Luxus vorfanden. Dadurch gingen natürlich auch Einnahmen verloren und es konnte sich keine echte Wirtshaus-Kultur entwickeln.

Oftmals spielte sich in den Hinterzimmern illegales Glückspiel und Prostitution ab und das bezeugt natürlich den schlechten Ruf, den römische Wirtshäuser generell von sich machten.

Martial berichtet über Syriscus

Martial selbst beschrieb dabei den Kneipenbesuch folgendermaßen: „Die über ihn kürzlich von seinem Patron ausgeschütteten vollen zehn Millionen, Maximus, hat Syriscus in Garküchen, wo man auf Stühlen sitzt, herum bummelnd, im Umkreis von vier Thermen durchgebracht. Wie groß muss ein Schlund sein, um zehn Millionen zu verfressen! Wie viel größer noch, dabei nicht einmal zu Tisch zu liegen!“ (Epigramme V 70)

„Na denn, Prost!“

Quelle zu Kneipen der Römer : Martial Epigramme V 70, „Nachtleben im alten Rom“ Karl-Wilhelm Weeber, Primus-Verlag

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