Römische Münzen – pecunia

Römische MünzenRömische Münzen

Römische Münzen oder bezahlten Römer immer mit Sesterzen oder Denaren ?

Nicht immer. Das Wort für Geld, pecunia, leitet sich ab vom Begriff „pecus“ und dieser bedeutete ein „Stück Kleinvieh“. Es ist also davon auszugehen, dass Warenwert vor der Einführung der Geldwirtschaft in Viehbestand gemessen wurde…

Eine Frühform des Geldes war in der Antike das aes rude: Plumpe Kupferbrocken, die nur nach Gewicht „genormt“ waren. Eine Weiterentwicklung waren das aes signatum, gegossene und mit Bildern (signa) versehene Barren mit einem Höchstgewicht von 1600 Gramm, sowie das aes grave, ein nach griechischem Vorbild in Rundform gegossenes schweres Kupfer-Geld. Der Übergang zur Prägung von Bronze- und Silbermünzen fand um etwa 300 v. Chr. statt. Die Münzen wurden zunächst in Griechenland geprägt. Erst im Jahr 269 v. Chr. sollen in Rom selbst römische Münzen gefertigt worden sein.

Römische Münzen – alles baute auf Silber auf

Die Basis des römischen Währungssystems blieb bis weit in die Kaiserzeit der Silberdenar mit rund vier Gramm Gewicht. Er wurde seit zirka 200 v. Chr. in zwölf Bronze-As unterteilt – vorher in zehn. In augusteischer Zeit wurde der Wert eines aureus (Goldstücks) aus 25 Denar festgesetzt. Im alltäglichen Zahlungsverkehr spielten Silber- und Goldmünzen allerdings keine große Rolle.

Die Reichen

In der Oberschicht herrschte allerdings eine Hortungsmentalität was das Vermögen anging. Reiche bewahrten ihr Geld gerne in einem „Heimtresor“ (arcae) auf. „Ex arca solvere“, hieß es, wenn man „aus der Truhe zahlte“. Da Naturalienhandel ab einer bestimmten Zeit nicht mehr florierte, hatten die meisten Römer immer etwas Geld in der Börse – viele lebten von der Hand in den Mund. Steuern wurden in Bar erhoben und wer arbeitete, erhielt einen Lohn Bares.

Römische Münzen – Werbung mit Geld

Die Erkenntnis, das Geld ein wunderbarer Propagandaträger ist, setzte sich erst im 2. Jhd. v. Chr. durch. In der Kaiserzeit wurde dies systemtisch umgesetzt, indem die Herrscher neben ihrem Bildnis auch ihr politisches Motto mit auf die Münzen prägen ließen: felicitas, liberalitas, iustitia oder concordia … (Glück, Freigebigkeit, Gerechtigkeit Eintracht). Und natürlich wurden auch bedeutende kriegerische Erfolge und zivile „Großtaten“ der Kaiser auf den Münzen in Wort und Bild gefeiert.

Pecunia non …

Dass Geld nicht stinkt, wie man auch heute noch sagt, geht übrigens auf eine Anekdote über den für seine Sparsamkeit bekannten Kaiser Vespasian zurück. Der war auf die Idee gekommen, den Urin zu besteuern! Dieser war nämlich unter anderem ein wichtiger Grundstoff beim Gerben. Als sein Sohn Titus ihm wegen dieser anrüchigen Steuer Vorwürfe machte, hielt Vespasian ihm Geld aus der Abgabe unter die Nase und fragte ihn, ob der Geruch ihn störe. Als der verneinte, klärte Vespasian ihn auf: „Und doch kommt es vom Urin!“

Quellen zu römische Münzen : Weeber Karl-Wilhelm, Nachtleben im alten Rom, Primus Verlag, 2004., QQ: Plin. NH XXXIII 42 ff.;

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