Römische Sprache – Römer-„small talk“ im Alltag

Letoon-Lycia-Turkey-Theate

Letoon-Lycia-Turkey-Theate by Carole Raddato.

Römische Sprache: Alltagsgespräche!

Auch wenn viele Darstellungen des Altertums suggerieren, dass Römer sich stets über Philosophie, Rhetorik, Politik und Poesie unterhielten, gab es in der römischen Sprache natürlich auch den „small-talk“, wie wir ihn heute nennen.

Selbst in Kreisen der Gebildeten wurden die bei Gastmahl und Trinkgelage üblichen gehobenen Unterhaltungen nicht selten durch leichte, humorvolle und durchaus auch schlüpfrige Gesprächskost überlagert – insbesondere beim geselligen Gastmahl aber auch beim Alltagsgespräch auf der Straße.

Römische Münze

Über die Spiele unterhielten sich Römer gerne. Diese römische Münze aus dem Römershop zeigt das Kolosseum – Eröffnungsmünze!

Erst recht war das so bei Alltagsgeplänkel in der Öffentlichkeit, aber auch in den häuslichen Konversationen. Worüber unterhielten sich die Römer dann? Beliebt waren Personen – so wie heute auch! Man unterhielt sich über ihre Schwächen und Vorzüge, verglich sie mit anderen und nahm verbal an fremden Angelegenheiten lebhaft Anteil. Das konnten gemeinsame Bekannte sein, vor allem aber galt das Gespräch prominenten Persönlichkeiten. Klatsch und Tratsch gaben solchen Unterhaltungen gleichermaßen Nährstoff und Würze – so ja auch heute noch. Da unterschied sich die römische Sprache nicht wesentlich!

Römische Sprache: Über Wetten und Promis im Alltag!

Ein ebenfalls unerschöpflicher Gegenstand der Alltagsgespräche in der Hauptstadt waren die Schauspiele. Wie heute über Sport-Events oder Fernsehsendungen, unterhielten sich die Römer über die soeben erlebten oder in freudiger Spannung erwarteten Vorstellungen in Arena, Circus und Theater. Besonders den Stars von Bühne, Rennbahn und Kampfplatz galt das Interesse. Die Leitungen von Idolen und ihre Siegesserien waren ebenso dankbare Themen wie die mitunter nicht so gute Tagesform eines berühmten Prominenten. Und natürlich gab es ebenso viele Spekulationen wie heute über die Ergebnisse im Fußball über den Ausgang der nächsten Gladiatoren-Kämpfe.

Und natürlich war ein weiteres, triviales Gesprächsthema des Alltags der Römer das Wetter! Fester Bestandteil des small-talks waren etwa: „Dass der Winter uns menschlich behandelt hat …“, „… wie bösartig der Frühling gewesen ist …“ oder „Dass die Morgenkühle schon recht empfindlich wird und wer sich nicht vorsieht, sich etwas holen kann…“. Wie heute, hatte dies natürlich psychologisch auch seine gute Seite: Es signalisierte Gesprächsbereitschaft, aus der sich sicherlich manches Mal auch ein „wirklich gutes Gespräch“ entwickeln konnte.

QQ: Hor. Sat. II 6, 40 ff.; Sen. Ep. 23, 1; 67, 1; Mart. III 63; Petr. 45, 4 ff.; Tac. Dial. 21, 1; 29, 3 ff.; Amm. Marc. XIV 7, 25 f.

Witze gehörten zum Alltag

Aber ja, im wahrsten Sinne des Wortes! Denn der Humor war aus heutiger Sicht ein bisschen anders. Hier zwei Kostproben traditioneller Witze:

Ein Mann beschwert sich: „Dieser Sklave, den du mir vor ein paar Tagen verkauft hast, ist gerade gestorben.“ Darauf antwortet Elithios: „Das erstaunt mich. In der ganzen Zeit, als er bei mir war, hat er so etwas nie gemacht.“

Elithios Phoitetes besprach mit seinen Freunden, wo er sein Grabmal errichten solle. Als einige einen bestimmten Platz erwähnten, lehnte er den Vorschlag sofort ab: „Diese Gegend ist doch viel zu ungesund.“

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