Römische Wochentage

Die römischen Wochentage

Römische WochentageSiegeszug der Planeten-Woche bei den Römern. Die römischen Wochentage haben sich aus einem nahe liegenden Rhythmus entwickelt: An jedem achten Tag wurde Markt abgehalten. Dann strömten die Bauern der Umgebung in die Stadt, um ihre Produkte zu verkaufen und um sich ihrerseits mit handwerklichen Gebrauchsgütern einzudecken und städtische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, wie etwa einen Anwalt zu konsultieren. Der Markttag hieß nundinae (von novem dies, „neun Tage“ – der Tag selbst wurde dabei mitgezählt). Der Zeitraum zwischen zwei Märkten hieß folglich nundinum. In Kalendern wurde dieser Wochenrhythmus durch die Buchstaben A bis H bezeichnet. Wenn überhaupt jedoch verständigten man sich im Alltag durch einfaches Zählen bis zum nächsten Markttag über den gemeinten Wochentag (zwei Tage vor den nundinae zum Beispiel).

Schwierige Definition für römische Wochentage

Weil die einzelnen Städte ihre Wochenmärkte an unterschiedlichen römischen Wochentagen abhielten, konnte der Wochenbegriff nicht als Datierungsinstrument im gesamten Reich und nicht einmal innerhalb einer Region gelten. Ein Ruhetag im Sinne eines Sonntags waren die nundinae nicht. Zwar ruhte auf dem Land die Arbeit aber umso lebhafter ging es in der Stadt zu.

Die ersten Indizien für den Übergang zu einer Siebentagewoche fallen in augusteische Zeit. Auf zwei Kalendern finden sich neben der alten Nundinal-Woche auch Zählungen nach der Planeten-Woche mit sieben Tagen. „Geburtshilfe“ für die Siebentagewoche, die aus dem Orient übernommen wurde, haben wahrscheinlich auch die Juden geleistet.

Denn ihre strikte Einhaltung des siebten, Sabbat-Tages, war allgemein bekannt. Bezeichnend ist, dass die früheste Erwähnung eines Planeten-Tages bei Tibull der Tag des Saturn (Samstag) ist, der dem jüdischen Sabbat entspricht. Gegen Ende des 1. Jhd. n. Chr. dürfte sich der siebentägige Wochenrhythmus weitgehend durchgesetzt haben für die römischen Wochentage. Pompejanische Graffiti belegen dies ebenso wie literarische Quellen. Sie haben sich bis heute in den romanischen und germanischen Sprachen weitgehend erhalten.

Auf lateinisch, deutsch, französisch und italienisch klingt das so:

Dies solis (Sonne) – Sonntag – dimanche – domenica

Dies lunae (Mond) – Montag – lundi – lunedi

Dies martis (Mars) – Dienstag (Mars/Thingsius) – mardi – martedi

Dies mercurii (Merkur) – Mittwoch – mercredi – mercoledi

Dies lovis (Jupiter) – Donnerstag (Jupiter/Donar) – jeudi – giovedi

Dies veneris (Venus) – Freitag (Venus/Freya) – vendredi – venerdi

Dies saturni (Saturn) – Samstag – samedi – sabato

Fünf Tage Arbeiten, zwei Tage frei ?

Eine Wochenend-Zivilisation, wie wir sie in unserer heutigen Gesellschaft kennen, kannten die Römer allerdings nicht. Die Vorstellung von einem für die meisten Menschen arbeitsfreien Tag oder Wochenende war ihnen lange fremd. Das zeigen zum Beispiel abschätzigen Bemerkungen über den „Faulenzertag“ (lux ignava) der Juden.

Römische Wochentage bei den Christen

Erst die Christianisierung des Reiches änderte das. Viele Christen begingen den dies dominica (Tag des Herrn) seit dem 3. Jhd. n. Chr. als ihren „individuellen“ Ruhetag und diese Praxis machte Kaiser Konstantin im Jahre 321 für alle verbindlich. In zwei Edikten bestimmte er den Sonntag zum Tag für den Gottesdienst, an dem Arbeit und Gerichtstätigkeit zu ruhen hatten. Als einzige waren von dieser Regelung jene ausgenommen, für die die altrömische Nundial-Woche noch einen anderen arbeitsfreien Tag bereitgehalten hatte: die in der Landwirtschaft Tätigen.

QQ: Varro Sat. Frg. 186; 279; r. r. II praef. 1; Tac. Hist. V 4, 3; DC XXXVII 18 f.; Auson. Ecl. 8; 12; Macrob. Sat. I 16, 5; 28 ff.; CIL I 220; IV 4182; 6779; 6838; 8820.

Quelle zu römische Wochentage : Weeber Karl-Wilhelm, Nachtleben im alten Rom, Primus Verlag, 2004.

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Eine Antwort auf Römische Wochentage

  1. Bernd sagt:

    Es ist doch immer wieder interessant und leider oftmals in Vergessenheit geraten, was die Römer so alles hinterlassen und bis in die heutige Zeit geprägt haben … sehr interessante Webseite!

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