Wo Römer einkehrten: Tavernen & Imbissstuben

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Taverna di Priapo (Herculaneum). By Matthias Kabel (Gnu free) via wikimedia commons.

Wo die Römer einkehrten: Tavernen, römische Wirtshäuser

Römische Wirtshäuser, so genannte Tavernen, wurden vorwiegend von Angehörigen der unteren sozialen Schicht besucht.

Das Ambiente war entsprechend schlicht und volkstümlich. Winzige Wohnungen erlaubten es eben nicht, Freunde oder Bekannte zu sich nach Hause einzuladen. Viele Menschen dieser Schicht hatten nicht einmal eine Kochstelle, sodass ihnen nichts anderes übrig blieb, als ihre warme Mahlzeit auswärts einzunehmen – in einer der Imbissbuden, die „Hausgästen“ einige Sitzplätze bot.

Diese Treffpunkte der kleinen Leute waren suspekt, weil „unter Niveau“. Und in der Tat war die Kaufkraft der Klientel eingeschränkt, sodass die Tavernen alles andere als glamourös daher kamen – einen Eindruck verleiht das Bild.

Sie waren schlicht und einfach aber „ehrlich“. Die gesellschaftliche Ächtung der popinae und tabernae als „ehrlose Örtlichkeit“ verhinderte jedoch, dass sich der römischen Welt eine gehobene Gaststätten- und Restaurantkultur entwickeln konnte. Die „feine Gesellschaft“ blieb also, wenn sie feiern wollte, in privatem Rahmen unter sich und tabuisierte allgemein zugängliche gastronomische Lokalitäten als unmoralische Plätze für Angerhörige ihres Standes.

Wo Römer einkehrten: Imbissstube

Ganze Fußgängerstaus verursachten die “Bürgersteig-Gastronomen” im alten Rom! Die Imbissbetreiber stellten ihre Theken sogar einfach auf der Straße auf! Andere Speisen-Verkäufer “patrouillierten” durch die Gassen und priesen ihre dampfenden Würstchen oder ähnliches, in Warmhaltekesseln transportierbares, mit lautem Geschrei an. Fliegende Lebensmittel- und Essens-Anbieter riefen ihr Angebot auch in Theatern und Bädern aus.

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Römischer Spruchbecher.

Die einfachsten popinae oder cauponae (Garküchen/Kneipen) waren kaum als Gaststätten zu bezeichnen, sondern eher mit heutigen Snack-Bars vergleichbar.

Da viele Einwohner keinen Herd hatten, war dies für sie die einzige Gelegenheit, eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Man konnte das Essen stehend an der Theke einnehmen. Viele Thermopolia (Warm-Verkäufer) verfügten zudem über einen angegliederten Wirtsraum mit einfachen Tischen und Stühlen. Die Imbiss-Stuben richteten sich nach dem Geldbeutel ihrer Klientel und waren meist schlicht. Nach Römischer Art legte man sich zum Speisen jedoch auf den Boden! Das war in den Imbiss-Buden sicherlich nicht möglich und ratsam.

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