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Römer Lexikon

Darstellung der Laren in der Antike: Altäre!

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Laren erschienen gerne zwischen Lorbeerzweigen. Bild via wikimedia commons by Franz Xaver.

Darstellung der Laren

Die zahlreich erhaltenen Statuetten von Laren aus dem gesamten Bereich des Römischen Reiches zeigen die antiken Laren in einem einheitlichen Aussehen.

In einer erhobenen Hand halten sie ein rhyton, ein römisches Trinkhorn, und in der anderen, gesenkten Hand halten sie eine situla, einen Weinkübel oder eine paetera, eine henkellose Opferschale. In Gemälden strömt aus dem rhyton oftmals in hohem Bogen ein Weinstrahl, der mit dem Gefäß der anderen Hand aufgefangen wird. Hier sei wohl das Spenden bei der antiken Opferhandlung symbolisiert. Auch der leicht tänzelnde Schritt der stets jugendlich dargestellten Laren-Figuren – hin und wieder ist sogar eine bulla, ein Amulett der Kinder, abgebildet – ist auch typisch für die antike Darstellung des Lars.

Altäre für die Laren in jedem römischen vicus

Kaiser Augustus teilte zu seiner Zeit Rom in 14 Regionen ein und diese wiederum in 265 Bezirke. Jedem vicus (Bezirk) standen vier vicomagistri (Freigelassene) vor. Ihnen dienten wiederum vier ministi, die in der Regel Sklaven waren. An den Wegkreuzungen der vici standen Altäre für Laren, an denen der stadtrömische Laren-Kult und der des Genius Augusti stattfanden. Von den vielen Neujahrsgeschenken, die der Kaiser jedes Jahr empfing, stiftete Kaiser Augustus prächtige Bilder für die compita.

Die Darstellung des römischen Genius

Der römische Genius wurde als Figur mit einer Toga über dem Kopf dargestellt, wie sie Opfernde in der Antike üblicher Weise trugen. Ergänzt wurde auch dies durch Füllhorn und paetera, der Opferschale. Zu beiden Seiten des antiken Genius wurden die dualen Laren dargestellt als Lares Augusti. Offiziell wurde diese Kultform im Jahr 27 v. Chr. eingeführt, indem zwei Lorbeerbäume vor dem Haus des Kaisers Augustus am Palatin gepflanzt wurden. Danach erschienen die Laren auch zwischen Lorbeerbäumen oder sie trugen in der antiken Darstellung Lorbeerzweige unter dem Arm. Da der Lorbeer beim Reinigungsritual eine Rolle spielte, wurden die Laren zu ministri des mittig dargestellten, kaiserlichen Genius.

In den Privathaushalten flankierten die römischen Laren im Dual den pater familias, das Familienoberhaupt. Die Laren und der Genius bildeten also eine Opfertrias. – Wie auch die Penaten sind die Laren römische Hausgötter. Doch können Penaten den Ort wechseln. Laren hingegen sind auf einen Ort beschränkt. Sie grenzen ihre Örtlichkeit gegenüber der Umgebung ab und schützen sie.

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