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Römer Lexikon

Das Währungssystem der Antike

Nerva AS Rom 98-99 n. Chr.  Pietas vor Altar
Währungssystem der Römer
Kaiser Nerva

Während des zweiten Punischen Krieges besaßen die Römer schließlich ein wohl geordnetes Währungssystem, das auf dem Silberdenar als Gegenstück zur griechischen Drachme fußte. Alle anderen Münzen, der Sesterz und das As, bezogen sich im Wert auf den Denar. Goldmünzen gab es damals noch nicht. In Krisenzeiten horteten die Römer jedoch das Silbergeld – sodass natürlich davon weniger im Umlauf war. Und wie sollte es auch anders sein? Dies führte auch bei den Römern schon zu mehreren Geldverknappungen und Wirtschaftskrisen. Gegen Ende der Republik musste Caesar schließlich die zerrüttete römische Währung stabilisieren, indem er den antiken Aureus einführte und eine Wertveränderung gegenüber dem Denar bestimmte – eine Art antike Währungsreform! Der römische Kaiser Augustus setzte diese Reform fort und schuf das für die nächsten beiden Jahrhunderte gültige, antike Wertsystem, bei dem 1 römischer Aureus 25 Denare und 100 Sesterzen entsprach.

Währungschaos im antiken Reich

Claudius AS Rom 98-99 n. Chr.  Pietas vor AltarBis zum ausgehenden 3. Jhd. reduzierten zahlreiche römische Kaiser den Feingehalt der antiken Münzen immer mehr, bis schließlich um 260 n. Chr. nur noch versilberte oder weißgesiedete Münzen im Römischen Reich im Umlauf waren. Das entstandene Währungschaos wollten die römischen Kaiser Aurelian und Diocletian beseitigen, indem sie eine neue antike Edelmetallwährung schufen. Die Reformen schlugen sich jedoch nicht bis zur gewöhnlichen römischen Bevölkerung durch. Gemünztes Edelmetall war fortan vor allem das Zahlungsmittel der römischen Oberschicht und des Staates. In weiten Gegenden kehrten die Römer also zur Naturalwirtschaft und dem alt gedienten Tauschhandel zurück oder beglichen größere Zahlungen auch wieder in Barrenform.

Solidus sorgt für solide Währung

Kaiser Konstantin reformierte schließlich die römische Währung noch einmal. Der römische Kaiser schuf mit dem Solidus eine Goldmünze, die sowohl das Römische Reich als auch das Byzantinische Reich überdauern sollte. Im Byzantinischen Reich war die antike Solidus Goldmünze bis in das Hochmittelalter die Basis der über die Jahre auf ein Minimum geschrumpften antiken Geldwirtschaft.

Bildquelle: Rauch Münzen, Österreich