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Römer Lexikon

Essen der Römer | Frühstück und Mittagessen

Römer-Küche-Herd
So sah eine römische Küche etwa aus. By Carole Raddato.

Essen der Römer: Was gab es früh und mittags?

Über das Essen der Römer ist vieles bekannt. Ientaculum hieß das Frühstück der Römer und war in der Regel die leichteste Mahlzeit am Tag.

Die Frühstücksgewohnheiten unterschieden sich allerdings sehr nach der Art der Arbeit, Tagesablauf und sozialer Stellung. Gewöhnlich nahm man es zwischen der dritte du vierten Stunde (8-9 Uhr) ein. Frühstück bestand hauptsächlich aus Brot und Käse. Zu Trinken gab es Milch, Wasser und selten Wein. Bei einem weiteren Frühstück kamen gelegentlich auch Honig oder Datteln, Oliven und Gemüse oder Eier, Fisch und Fleisch auf den Tisch. Schulkinder holten sich für gewöhnlich etwas Süßes vom Bäcker auf dem Schulweg.

Essen der Römer: Das prandium am Mittag

Wenn jemand vor der cena am Nachmittag keine weitere Mahlzeit zu sich nahm, fiel das Frühstück auch ein bisschen üppiger aus und man sprach dann von prandium (Mittagessen). Dieses Essen der Römer nahmen sie gewöhnlich zwischen 12 und 13 Uhr ein. Es war keine ausgedehnte Mahlzeit. Wer es eilig hatte, verzichtete darauf, am Tisch zu sitzen und die Hände zu waschen. Käse, feigen, Oliven und Nüsse, Gemüse, Eier, Pilze und Früchte standen auf dem Mittagsspeiseplan. Normalfall war ein kaltes Mittagessen.

Obst-Fresko.Pompeii

Allerdings wärmte man auch gerne auf, was vom Vortag der cena übrig geblieben war. Pökelfleisch, Schinken oder Schweinskopf sind von Plautus überlieferte Gerichte. Dazu trank man Wein, vorzugsweise mit Honig versetzten „Met“ (Honigwein) – mulsum genannt.

Nach dem Essen sollt du ruhen …

Meridiation nach dem Mittagessen – ein Mittagsschläfchen – war üblich. Zwei Stunden schlossen die Geschäfte und die Schulen um die Mittagszeit. Für die Oberschicht war dies selbstverständlich, aber auch die Soldaten legten über Mittag eine Pause ein, sodass man davon ausgehen kann, dass auch unter den Lohnarbeitern und Sklaven dieser Usus verbreitet war.

Und wie wurden die Speisen gekühlt?

Naja, so was Ähnliches wie Kühlschränke hatten Römer schon. Betuchte Römer nutzten zu allen Jahreszeiten Schnee und Eis, um Vorräte und vorwiegend Getränke zu kühlen. Dazu legten sie so genannte „Schnee-Keller“ an – in großen Gruben wurde der Schnee gelagert. Als Isoliermaterialien dienten Stroh, Gras, Baumzweige, Erde oder auch Leinentücher. Durch den Druck, ging Schnee in Eis über.

Es gab sogar Unternehmen, die sich auf dieses Geschäft spezialisierten und das Eis von weit aus den Bergen herbei transportierten. Über das Verfahren der Anlieferung ist nichts überliefert. Das Kühlverfahren wurde hauptsächlich für Getränke genutzt. „Nicht Schnee zu trinken, sondern eiskaltes Wasser vom Schnee hat erfinderischen Durst ersonnen“ heißt es beim römischen Epigramm-Dichter Martial (40 – 104 n. Chr.) mit einem Schmunzeln.

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