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Römer Lexikon

Gottheit Mercurius im Leben der Römer

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Oftmals zierte ein Eber die plastische Darstellung des Handelsgottes Merkur. By C. henker via wikimedia commons.

Die Gottheit Mercurius im Leben der Römer

Oft befanden sich die Statuetten des römischen Gottes Mercurius in Gesellschaft von Tieren – auch die in den privaten Lararien.

Diese waren ebenfalls ein sehr beliebter Verehrungsort für den römischen Gott des Handels. Nicht etwa einzelne Tiere waren dies dann, sondern gar ganze Zoos!

Der Widder oder ein Ziegenbock, jedoch immer nur einer oder der andere – sie schlossen sich gegenseitig aus – waren in der gemeinsamen Darstellung mit dem Handelsgott am Beliebtesten. Aber auch Eber und Hahn zierten oftmals die plastischen Darstellungen des antiken Gottes Merkurs. Sie waren Opfer für den Gott; bis auf zwei der ihn in der Darstellung oft begleitenden Tiere: Die Eidechse und die Schildkröte. Diese beiden Tiere entstammten der antiken Mythologie.

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Mercurius in der Darstellung der Zeiten

An manchen Bronzegewichten von Schnellwaagen der Kaiserzeit war ein Merkurkopf mit einem Efeukranz zu sehen. Der Kranz ist eigentlich ein Attribut des Gottes Liber, der ebenfalls mit der römischen Göttin Ceres in einem Tempel verehrt wurde. Durch die gemeinsame Kultgründung mit der Ceres kam Merkur hier vermutlich auf die kopfförmigen Bronzegewichte antiker Zeit. Im Mittelalter galt Merkur schließlich als Planetengottheit und hatte die Aufgabe, sein Wissen an Kinder weiter zu geben und ihnen allerlei Künste und Kniffe beizubringen. Die Renaissance hingegen legte die Betonung im Zusammenhang mit dem antiken Gott Mercurius wieder verstärkt auf seine Funktion als Seelenbegleiter.

Merkur: Namensgeber für Zeitschriften!

Im 17. und 18. Jhd. wurden schließlich sogar Zeitschriften mit dem Namen Merkur betitelt. Neben den üblichen Neuigkeiten handelten hier die Beiträge und Artikel auch vom Freihandel oder hatten etwas mit Bildung generell zu tun – es waren Zeitschriften, die etwas auf sich hielten! Da Mercurius auch als Beschützer der Herden galt, wurde die römische Gottheit nicht zuletzt auch oft mit einem Lamm auf der Schulter dargestellt. In die christliche Kunst zog Mercurius in der Folge in der Darstellung als „guter Hirte“ ein.