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Das römische Reich Römer Lexikon

Hadrianswall | Die Meilenkastelle

Die Meilenkastelle entlang des Hadrianswalls

Der Begriff Meilenkastell entstand erst um 1700 und bezeichnet die Kastelle entlang des Hadrianswalls. Wie die Kastelle zu Zeiten der Römer genannt wurden, ist unklar. Die römischen Meilenkastelle des Hadrianswalls waren im Osten zumeist aus Stein und im westlichen Teil zunächst als Torf-Holz-Bauten errichtet worden. Die Kastelle im Westen des römischen Walls wurden jedoch später ebenfalls durch steinerne Bauten ersetzt. Ihr Baustil variierte zwar auf den insgesamt 117 Kilometern Länge des römischen Hadrianswalls regional ein wenig, generell aber waren die Anlagen zirka 15 auf 18 Meter groß. Die Umfassungsmauern der römischen Kastelle maßen etwa drei Meter Breite und waren zwischen fünf und sechs Meter hoch. Teilweise waren diese Mauern zusätzlich von einem ausgehobenen Graben umgeben, der wiederum eine Art Deich aufschüttete. Auch die Seitenmauern der römischen Kastelle waren sehr massiv.

Im Nördlichen der beiden sich gegenüberliegenden Tore vermuten Forscher aufgrund der Stärke des Fundaments eine Art Turmaufsatz. Die römischen Meilenkastelle hatten in der Frühphase des römischen Walls ein Tor nach Norden und einen Übergang zur Querung des vorgelagerten Deichgrabens. Später wurden diese scheinbar zugemauert oder entfernt. Die Kastelle waren nach einem festen Konzept standardmäßig im Abstand einer römischen Meile angelegt; nicht etwa danach, von wo aus die Sicht am besten gewesen wäre. Insgesamt konnten bislang am römischen Hadrianswall 80 solcher Kleinkastelle nachgewiesen werden.

Die Garnison auf dem römischen Meilenkastell

Die römischen Meilenkastelle sicherten Straßendurchgangs- und Kontrollpunkte in den rauen Norden des Landes. Die Wachmannschaften zählten vermutlich bis zu jeweils 30 Auxiliarsoldaten, die in zwei Barackenblöcken wohnten. Sie bewachten zudem die beidseitig am römischen Meilenkastell angelegten Wachtürme, die im Abstand von zirka 500 Metern entfernt standen. Weitere Aufgaben der römischen Garnison waren die Überwachung des Grenz- und Handelsverkehrs und die damit verbundene Erhebung und ‚Einnahme von Zöllen und Abgaben für Waren.

Die römischen Meilenkastelle werden anhand ihrer Durchgänge, oder auch ihrer Ausrichtung der Hauptachsen unterschieden zwischen denen mit einem Nord- und einem Süd-Tor. Entsprechend werden die römischen Kastelle als Langachsentyp oder Kurzachsentyp bezeichnet.