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Römisches Essen | Panis

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Römisches Essen – panis

Römisches Panis wird gesäuert – Opferbrot!

Sowohl auf dem Land als auch in der Stadt, kam bei den Römern die Produktion rasch in Gang, als man im 2. Jhd. v. Chr. in Italien lernte, gesäuertes Brot herzustellen. Damit gehörte das „Breizeitalter“ der Römer der Vergangenheit an.

Puls aus Spelt blieb jedoch weiterhin auf der Speisekarte. Ärmere Römer aßen Schwarzbrot. Für die wohlhabende Bevölkerung entwickelten die Bäcker eigene Sorten. Neben Weißbrot entsannen die römischen Bäcker Delikatess-Brote wie panis artopticus, das am Grill auf Spießen gebacken wurde oder panis testaticus, das sie in irdenen Vasen herstellten. Beliebt waren bei den Römern auch so genannte mustacei – Mostbrötchen – die sogar auf dem Feld zubereitet werden konnten. Für rituelle Handlungen etablierte sich gar ein libum – ein Opferbrot!

Delikatess-Panis bei den Römern

Brot - Panis nachgebacken
Brot – Panis nachgebacken

Die römischen Bäcker entwickelten ihre Künste immer weiter und stellten ein aus Gries in Formen gebackenes Rosinenbrot oder Käsebrot mit Anis oder Öl her. Es gab gesalzene und ungesalzene Brote. Manche wurden einfach mit Lorbeer, Sellerie, Koriander, Kümmel, Anis, Lein- oder Mohnsamen verfeinert.

Es gab das lockere kappadokische Brot und grobe kilikische Laibe. Der Teig des Partherbrot musste etwa in Wasser quellen und gebacken musste der Laib so leicht sein, dass er auf Wasser schwamm.

Neu kam hinzu, das Backwerk in unterschiedlichsten Formen anzubieten. Regionale römische Besonderheiten und Spezialitäten entstanden. Auch mit heutigen Brötchen vergleichbare Backwerke buken die römischen Bäcker. Sogar auf Süßwaren spezialisierten sich einige römische Bäcker und stellten zusätzlich placenta (Kuchen) oder und crustulum (Süßgebäck) her. Auch die ersten Teigwaren, tracta, eine Art Pasta, entstand im Zuge der Experimentierfreudigkeit der römischen Bäcker – übrigens ein Vorläufer der Lasagne!

Römisches Panis sollte satt machen!

Sauerteig und Hefe als Treibmittel waren wohl mit Beginn der Kaiserzeit im Römischen Reich üblich. Die Standardform des römischen Brotes war rund mit Einkerbungen, die das Brechen erleichtern sollten. Auch große Laibe wurden in dieser Form gebacken. Die Durchmesser der Laibe schwanken von 20 bis 33 Zentimeter – die Großen waren allerdings reine Militärbrote. Genießbar war das römische Brot, wenn auch schwer verdaulich. Das lag jedoch nicht an der mangelnden Technik oder Unkenntnis der römischen Bäcker, sondern an den Wünschen der römischen Bevölkerung: Die Römer wollten ein satt machendes Backwerk!

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Bildquellen: von User:Beatrice (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-2.0-it (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/it/deed.en)], via Wikimedia Commons

Bild mitte: von Natyss (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons