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Häuser - Villa Römer Lexikon

Peristyl & Atrium der römischen villa urbana

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Peristyl einer römischen Villa bei Neapel.
Via wikimedia commons.

Peristyl und Atrium der römischen villa urbana

Das Peristyl ist ein von Säulenhallen umgebener Innenhof, der im 2. Jhd. v. Chr. aus der griechisch-hellenistischen Baukunst in die römische Architektur übernommen wurde. Das Peristyl wurde früh zu einem der wichtigsten Elemente der gehobenen römischen Villenarchitektur. Das griechische Vorbild hatte eine gepflasterte Hoffläche.

Die Römer entwickelten das Peristyl nach dem griechischen Vorbild weiter zum Gartenperistyl, bei dem die Säulenhallen einen beliebig großen Garten umrahmten. Viele Villen besaßen mehrere Peristyle. Oft hatten die römischen Villen ein gepflastertes Peristyl im Wohnbereich und daran anschließend ein noch größeres Gartenperistyl.

Das Peristyl war ein vielfältiges Architekturelement. Über die Säulenhallen, die als schattige Wandelgänge angelegt wurden, wurden weitere Räume erschlossen. Das offene Konzept durch die Säulenstellungen erlaubte spannende Durchblicke. So konnten man in einer römischen Villa etwa Hofhallen an Speiseräume angrenzen lasse, von denen aus der Blick in den Peristyl-Garten weiter fließen konnte. Säulenhallen und Hoffläche dienten gleichzeitig oft als Skulpturengalerie. Mit Originalen und Repliken schufen die Villen-Besitzer attraktive Blickfänge nach thematischen Gesichtspunkten nach griechischem Vorbild.

Das Atrium der villa urbana

Das Atrium, ein zentral gelegener, hoher Raum mit einer Dachöffnung, war ein traditionelles Element des römischen Hausbaus. Das römische Atrium hat vermutlich etruskischen Ursprung. Das Atrium war eigentlich der repräsentative Hauptraum des römischen Stadthauses. Es wurde dennoch auch in die Villenarchitektur übernommen. Das Atrium übernahm in den römischen villa urbana vom Grundriss her eine ähnliche Funktion und diente in erster Linie der Erschließung angrenzender Räume.

Das römische Atrium wurde aber auch als reiner Durchgangsraum (villa oplontis) oder sogar als eine Art Nebenraum konzipiert. Das Atrium hatte in jedem Falle hohen Traditionswert und so hingen hier bevorzugt Bilder der Ahnen oder das Lararium (der Kulturschrein der Götter des Hauses) wurde im römischen Atrium aufgestellt. Im Gegensatz zum Peristyl, das bis in die Spätantike ein fester Bestandteil der römischen Wohnarchitektur blieb, verschwand das traditionelle Atrium während des 1. Jhd. n. Chr. aus der Villenarchitektur.

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