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Römer Lexikon

Propontis: Das antike Marmarameer

Marmara_(by_CherryX)
Das Marmarameer vom Topkapi Palast (Istanbul) aus gesehen; via wikicommons by CherryX.

Das antike Marmarameer – Propontis der Römer

Sowohl die Griechen wie die Römer nannten das Marmarameer, das zwischen dem europäischen Festland und Kleinasien gelegen ist, Propontis. Folglich sahen sie es als dem Schwarzen Meer vorgelagert, denn dieses nannten sie Pontos Euxinos.

Propontis als Bezeichnung für das Gewässer wurde erstmals vom griechischen Dichter Aischylos im 6./5. Jhd. v. Chr. erwähnt. Das Meer ist ein kleineres Binnenmeer und misst lediglich 12.000 Quadratkilometer. Eingebettet ist es zwischen dem römischen Thrakien und Kleinasien. Die größte längliche Ausdehnung des Propontis zwischen Kallipolis (Gallipoli) und Nikomedia (Izmit) beträgt 252 Kilometer. An der breitesten Stelle misst das Binnenmeer 74 Kilometer.

Griechen entdecken das Binnenmeer

Von der Form her entspricht das Meer einem unregelmäßigen Oval. An seinen Enden liegen zwei der wichtigsten Wasserstraßen des Mittelmeerraums: der Thrakische Bosporus und der Hellespont, die Dardanellen. Die Küstenlinien des Marmarameer sind stärker ausgeprägt als die des Schwarzen Meeres. Die Propontis war für die Kolonisierungsbestrebungen der Griechen von großer Bedeutung. Denn das thrakische Hinterland verfügte über eine Vielzahl an Naturrohstoffen, wie zum Beispiel Holz und Getreide. Die Meerengen waren sehr fischreich. Und so gelangte das Binnenmeer schnell in das Interessensgebiet der antiken Griechen, die das Meer als Ausgangspunkt für ihre Erforschungen und Expeditionen in Richtung Norden nutzten. An den Küsten der Propontis entstanden im Laufe der Zeit viele bedeutende Ansiedlungen: Astakos, Byzantion, Kalchedon, Kios, Kyzikos, Perinthos, Prokonnesos und Selymbra.

Die Propontis für die Römer – wichtiger Handelsweg

Als sich die Römer in Richtung Kleinasien vorwagten, wurde die Propontis auch ein Rom eigenes Gewässer. Die antiken Handelswege der Römer zum Bosporanischen Reich auf der Krim verliefen durch die Meerengen. Der römische Kaiser Claudius stellte 46 n. Chr. die classis Perinthia, eine Thrakische Provinzial-Flotte, mit einem Haupthafen in Perinthus auf. Ihre Aufgabe war vor allem der Schutz der Meerengen sowie der thrakischen Schwarzmeerküste. Leider nützte dies aber wenig, denn es gelang dennoch barbarischen Stämmen seit Mitte des 3. Jhd. n. Chr. das antike Binnenmeer zu durchqueren und sowohl Griechenland als auch Kleinasien zu verwüsten. Als Constantinopolis zur Hauptstadt im Osten wurde, wurde auch die Propontis zu einem der wichtigsten Transportwege im oströmischen und später auch im byzantinischen Reich.

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