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Römer Lexikon

Reiche Römer protzten mit ihren Sklaven

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Beim Gastmahl protzen die Römer mit Bediensteten. Diese Terra Sigillata finden Sie im Römershop unter Keramik.

Reiche Römer protzen mit Sklaven

Natürlich musste bei einem stilechten römischen Gastmahl im Hause der wohlhabenden Römer auch mit unterhaltsamen Darbietungen geprotzt werden.

Dazu hielten die römischen Hausherren etwa Gaukler und andere bunte Unterhaltungskünstler wie Akrobaten, Sänger, Schauspieler und Tänzer unter ihrer Sklavenschar. Hausorchester gar mit bis zu einem Dutzend Musikern sind erstmals 187 v.Chr. in Rom belegt. Und selbst private Gladiatoren waren unter den römischen Sklaven in reichen römischen Haushalten und unterhielten ihre Herren und deren Gäste.

Vorlaute Kindersklaven und Gebrechen zur Schau

Besonders beliebt war bei den dekadenten Römern auch der Auftritt vorlauter Kinder bei Veranstaltungen. Gefahrlos konnten die Kinder – frei nach dem Motto Kindermund tut Wahrheit kund – die Gäste der römischen Veranstaltung mit spritziger, pointierter Wahrheit beleidigen. Besonders die Damen römischer Gesellschaften waren von dem Nachwuchs hingerissen und sie nahmen die vorlauten Kinder überall hin mit. Daraus entwickelte sich ein florierender Markt für Luxussklaven, der auch mit Hermaphroditen, Zwergen oder etwa behinderten – geistig und körperlich – handelte. Allerdings ist auch überliefert – um die Ehre der Römer an dieser Stelle ein wenig zu retten- dass viele mit diesem zweifelhaften Vergnügen nichts zu tun haben wollten. Bei solchen Auftritten geschah es dann, dass sich ein Gast auch rasch die Schuhe bringen ließ.

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Römische Sklaven für alle Fälle

Die Dekadenz der reichen Römer bezüglich des Einsatzes von Sklaven ging so weit, dass zum Beispiel der wohlhabende Römer einen nomenclator hatte, der ihn auf seinen Spaziergängen begleitete und ihm die Namen der begegnenden Personen oder auch die der anderen Sklaven im Haushalt nannte. Natürlich konnten diese Aufgaben auch auf zwei Sklaven verteilt werden. Der nomenclator führte zum Beispiel auch die Liste der amici (Freunde der Familie), die zu grüßen waren. Andere römische Sklaven führten ein Dasein als lebendes Notizbuch und erinnerten an Termine und Geschäfte.

Den Gipfel der Dekadenz bildeten jene Wohlhabenden, die etwa einen Sklaven hatten, der die vollen Stunden des Tages ausrief. Natürlich hatten diese Herren auch Sklaven, die sie Tätigkeiten wie baden, essen oder schlafen erinnerten. Besonders snobistische reiche römische Familien benutzten ihre Haussklaven auch als „antikes Haustelefon“, indem sie ohne Unterhalt so genannte cursores (Boten) hin- und herschickten, um Gesagtes zu überbringen und die Antworten zu schicken. Reiche Römer hatten in der dekadentesten Phase der Sklavenhaltung eigentlich für alles den passenden Helfer.