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Das römische Reich Pantheon - Götter Römer Lexikon

Römische Architektur | Pantheon unter Hadrian

Pantheon_inside
Blick auf Säulen im Inneren des römischen Pantheons
(Gnu Free Licence, by Erin Silversmith).

Das Pantheon zu Zeiten Kaiser Hadrians

Zu Zeiten Hadrians lag das Straßenniveau bis zu 2,50 Meter unter dem heutigen. Zum Nordeingang des Pantheons führte ein ungefähr 60 auf 120 Meter messender, mit Travertinplatten gepflasterter Platz, der im Westen, Norden und Osten von Säulenhallen eingefasst war. Die Hallen wurden von Säulen aus grauem Granit getragen und fußten auf einer Reihe von fünf Stufen aus Marmor (Giallo antico). Der Pronaos des Pantheons wurde im Westen und im Osten durch je ein Brunnenbecken aus Marmor mit den Säulenhallen verbunden. Die beiden Statuen der Flussgötter Tiber und Nil, die heute auf dem Kapitolsplatz stehen, werden als Brunnenfiguren vermutet.

Der Pantheon-Tempel

Leider sind die archäologischen Befunde zu dem gesamten Vorplatz des Pantheons spärlich. Etwa die Lage und das Aussehen der nördlichen Säulenhalle bleiben Spekulation. Wegen der neuzeitlichen Bebauung lässt sich eine Struktur des Platzes heute nicht mehr rekonstruieren.

Der dem Rundbau im Norden vorgelagerte Pronaos erscheint als typisch römischer Podiumstempel. Er besitzt einen rechteckigen, 33,10 auf 15,50 Meter messenden Grundriss und ist lediglich von der nördlichen Seite aus zu betreten. Heute zieht sich eine dreistufige Treppe über die Nordseite des Pronaos. Ursprünglich war dieser über zwei jeweils 7,30 Meter breite Treppen zu besteigen. Die Nordfassade ist durch eine Säulenstellung aus acht korinthischen Säulen aus ägyptischem Granit vom Mons Claudianus mit Säulenbasen aus Marmor gegliedert.

Die Inschrift auf dem Fries, die Agrippa erwähnt, stammt aus der Zeit des Kaisers Hadrian. Eine zweite Inschrift erwähnt eine Restaurierung des Gebäudes im Jahr 202 n. Chr. durch die Kaiser Septimius Severus und Caracalla. Das Giebelfeld des Pantheons darüber ist heute leer. In der Antike war es vermutlich von einem Adler geschmückt, der die Corona Civica (Bürgerkrone) in seinen Fängen hielt.

Das Pantheon als etruskisch-römischer Tempel

Das Innere des Pronaos ist durch vier Reihen aus je zwei unkannelierten korinthischen Säulen in drei Schiffe unterteilt und erinnert an den typischen etruskisch-römischen Tempel. Des Fußboden bedeckten Platten aus Marmor, Granit und Travertin, welche Kreis- und Rechteckmuster beschreiben. Die beiden Seitenschiffe schließen im Süden mit je einer Aspis. Dort waren vermutlich im Ursprung einmal die Statuen des Augustus und des Agrippa aufgestellt.

Die Südwand des Pronaos ist reich mit Marmorplatten verziert und wird von korinthischen, marmornen Pilastern gegliedert. Die hölzernen Balken des Dachstuhls waren in der Antike mit Bronzeplatten verkleidet. Das Mittelschiff, mit größerer Breite als die Seitenschiffe, endet mit einer sechs Meter hohen Bronzetür. Diese könnte noch aus dem Ursprungsbau des Agrippa stammen. Durch sie gelangt man in die Rotunde.

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