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Römer Lexikon

Römische Straßen: Formen und Raststationen

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Römische Strassen in der Stadt

Die verschiedenen Straßenformen

Kleine römische Straßen: Die kleinere Kategorie von Straßen waren die viae vicinales: Provinz- oder auch Nebenstraßen. Auch sie lagen auf staatlichem Boden und stellten Verbindung mit den viae publicae her.

Bau und Unterhaltung war die Aufgabe der Provinzverwaltungen. Es konnten auch Städte zum Bau einer Straße zur nächsten Ansiedlung verpflichtet werden. Die viae vicinales wurden in erster Linie von Sträflinge oder Sklaven der ansässigen Grundbesitzer erbaut.

Die viae privatae (Privatstraßen) zwischen villa rusticae und kleineren Ansiedlungen oder zur Anbindung dieser Landgüter an vorhandene via publicae oder via vicinales wurden ausschließlich durch die Sklaven der jeweiligen Grundbesitzer angelegt und unterhalten. Die viae urbicae, eine Provinzstraße – lag in der Zuständigkeit der Stadtgemeinden, die die Finanzmittel und den Grund bereitstellen mussten. Städtische Straßen konnten auch mit einer viae publicae oder einer viae vicinales zusammenfallen.

Raststationen für römische Reisende

Mansiones (Raststationen) wurden entlang der wichtigsten römischen Straßen mit Beginn der Kaiserzeit in regelmäßigen Abständen errichtet. Etwa alle 15 Kilometer gab es Pferdewechselstationen (mutationes) und zirka alle 40 Kilometer Raststationen (mansiones). Zu Beginn nutzten sie vor allem dem cursus publicus – den offiziellen Boten – später erhielten sie weitere Gebäude und wurden auch von Reisenden und Händlern stark frequentiert. Die Römer reisten dann oft an einem Tag von einer mansio zur nächsten.

Eine breite Einfahrt – wie heute an den Raststätten- war der Eingang zur Raststation (Grabungen rekonstruieren meistens eine U-förmigen Anlage) mit Stallungen und Wagenabstellplätzen, sowie Speise- und Gästezimmern. Zu einer größeren mansio gehörten neben Stallungen auch Werkstätten sowie regelrechte Rasthäuser (praetoria) und sogar Bäder (balnea).

Im Umfeld stark frequentierter mansiones in ländlichen Regionen entstanden auch vici (Ansiedlungen) mit weiteren Handwerksbetrieben und größeren Badeanlagen. In jeder mansio gab es einen Vorsteher, den manceps/praepositus mansionis. Meist wurden sie vom municipalcurien (der römischen Gemeindeverwaltungen) der Region bestimmt. Die so genannten mutationes waren hingegen Stationen, die nur zum Wechseln der Pferde oder Fahrzeuge für Zwecke des cursus publicus vorgesehen waren.

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