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Römer Lexikon

Die römische Eheschließung: Brautzug!

Hände
Nach der Opferung legten die Brautleute ihre Hände ineinander. Studie: KonradHonold (gf via wikimedia commons).

Die römische Eheschließung

Römische Eheschließung: Am frühen Morgen des eigentlichen Hochzeitstages ging es weiter mit den Zeremonien im Vorfeld der römischen Hochzeitsfeier. Die Römer führten dann Auspizien oder eine Eingeweideschau durch, um ein günstiges Vorzeichen für die Eheschließung zu ermitteln.

Natürlich wurde den Göttern geopfert, wenn dies glückte. Gebetet wurde an die Göttin Iuno, an Tellus, die römische Göttin der Fruchtbarkeit Ceres und an Pilumnus und Picumnus. Eine in erster Ehe verheiratete Frau wurde Brautführerin (pronuba). Sie legte nach den Opferungen die Hände der Brautleute ineinander (dextrarum iunctio) und war Zeugin für die gegenseitigen Erklärungen und die Einigkeit (consensus) der Eheleute. Hiermit war die Ehe geschlossen und die Zeugen der Trauung glückwünschten dem Brautpaar mit feliciter (Glückes Wünsche). Das im Anschluss abgehaltene Festmahl (cena) wurde traditionell vom Brautvater ausgerichtet.

Die patrizische Confarreatio

Die confarreatio war eine besondere Form für römische Eheschließung, die allein den Patriziern vorbehalten war. Bei dieser Zeremonie musste der Flamen Dialis anwesend sein. Bei der confarreatio gab es ein besonderes Ritual nach dem offiziellen römischen consensus, der eigentlichen Eheschließung, und vor der cena – dem Festmahl. Die Brautleute setzten dabei auf zwei Stühle, die mit dem Fell eines geopferten Schafes miteinander verbunden waren. Dieses stellte den Kontakt zwischen Mann und Frau her und zudem sollte die Kraft des Felles als fruchtbarkeitsverheißend auf das Paar übergehen. Braut und Bräutigam teilten sich dann den für diesen Anlass gebackenen Speltkuchen, den so genannten farreum libum, der die Gemeinschaft zwischen den beiden stärken sollte und alles Übel abwehren. Anschließend opferte der Flamen Dialis ein unblutiges Opfer aus Früchten und Speltbrot (panis farreus) zu Ehren des römischen Gottes Iuppiter. Während seines Gebets umrundete das Brautpaar den Altar von rechts.

Römische Eheschließung: Der Brautzug

Mit dem Einbruch der Nacht war das Festmahl beendet und der Brautzug konnte nun abschließend stattfinden. Mit dem deductio der Braut wurde dieser eröffnet: Die Braut wurde vom Bräutigam der Mutter entrissen und zu ihrem künftigen zu Hause geleitet. Die Gäste der Feier begleiteten das jung vermählte Paar dorthin. Flötenspieler (tibicines) liefen neben dem Bräutigam her. Drei Jungen geleiteten die Braut. Ihre Vitalität sollte die Braut beschützen und mit Kraft erfüllen. Fackeln aus Weißdornholz loderten und wurden als Glücksbringer und zum Schutz gegen bösen Zauber vor dem Paar hergetragen.

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