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Römer Lexikon

Römische Frisuren: Perücken sind Alltag!

Perücke Römerin
Bildnis einer römische Dame, um 200 n. Chr. By Bibi Saint-Pol, wikicommons.

Römerinnen trugen Perücken

„Überhaupt ist die Frisur von größter Wichtigkeit: Mag eine Frau noch so sehr mit Gold, Kleidern, Juwelen und allem erdenklichen Schmuck herausgeputzt daherkommen – wenn sie ihre Haare vernachlässigt, bekommt sie doch ein „schmucke Person!“ nicht zu hören.“

So wie Apuleius (Metamorphosen II 9,1-5) dachten viele Römer. Dementsprechend richtete sich die Damenwelt danach. Perücken gehörten schon im alten Ägypten für Männer und Frauen gleichermaßen zur Mode. Auch im alten Griechenland sowie im römischen Reich trugen Frauen Perücken (capillamentum/galerus) oder umfangreiche Haarteile. Schlechter Haarwuchs oder Haarausfall, zu viel Farbe und deshalb geschädigtes Haar oder ein zu rücksichtloser Gebrauch der Brennschere waren die Motive. Perücken-Teile gehörten zudem zu einigen Hochsteckfrisuren. Römische Frauen trugen die Haare nie kurz. Die Frisuren der Römerinnen änderten sich im Laufe der Zeit und hingen von Alter und sozialem Status ab. In der Anfangszeit Roms waren sie noch recht schlicht und künstliche Haarteile galten als Attribute von Prostituierten. Später wurden sie kunstvoll hochgesteckt, geglättet, mit einer Art Lockenstab (calamistrum) gelockt, aufwendig mit Nadeln, Haarnetzen und Bändern geschmückt, als Knoten gebunden, mit Haarteilen oder Perücken versehen, oder als Pferdeschwanz. Dabei richtete sich die Mode in der Kaiserzeit nach der Kaiserin.

Eine Sklavin kümmert sich um die Frisur

Agrippina Zopfschlaufen Frisur
Agrippina Zopfschlaufen Frisur

Nach den Kriegen gegen die Kimbern und Teutonen kamen blonde und rötliche Haare in Mode. Dafür färbte man die Haare entweder mit sapo aus Birkenasche und Ziegenfett oder Henna.

Frauenhaar war einer der Hauptexportartikel Germaniens. Manchmal wurden die Haare in großmaschigen Haarnetzen (reticulum) zusammengebunden und mit Goldeinsätzen verschönert. Für die komplizierten Aufsteckfrisuren beschäftigten reiche Römerinnen eine eigens ausgebildete Sklavin, die ornatrix.

Perücken für Männer – aber Inkognito!

Um Inkognito zu bleiben, nutzten auch einige Männer Perücken. Andere verbargen ihre Glatze darunter. Beliebt unter den Frauen waren aus blonden Haaren gefertigte Perücken, die aus der Haarpracht gefangener Germaninnen entstanden. Es gab sogar eigene Fachgeschäfte für Perücken: In Rom waren diese allesamt in der Nähe der Flaniermeile, des Circus Flaminus angesiedelt.

Perücke Römerin