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Pantheon - Götter Römer Lexikon

Römische Götter: Ehre der Concordia!

Concordia
Concordia-Statue (1863) auf der Jubiläumssäule (1841), Schlossplatz, Stuttgart. Bildhauer Ludwig von Hofer. By Skrainka/wikimedia commons.

Die römische Göttin der Eintracht Concordia

Die römische Göttin Concordia stand für Eintracht und personifizierte die Einigkeit zwischen Familienmitgliedern und gemeinsamen Bewohnern eines Landstrichs. Obwohl die Göttin römischen Ursprungs ist, erhielt Concordia mit der griechischen Göttin Omonoia, ebenfalls für Eintracht und gleiche Gesinnung, eine späte Gleichsetzung.

Als Attribut hielt die römische Göttin ein Füllhorn, das auch andere Personifikationen, wie etwa Fortuna oder Pietas als Attribute trugen. Zudem trug Concordia manchmal einen caduceus, einen Flügelstab. Concordia im Sinne der Eintracht war schon früh ein geflügeltes Wort im politischen Diskurs und die ihr zu Ehren errichteten Tempel hatten einen politischen Hintergrund. Der erste der Concordia-Tempel könnte vom Feldherrn und Diktator M. Furius Camillus im Jahr 367 v. Chr. auf dem Forum Romanum erbaut worden sein, um das Ende der Streitigkeiten um die Licinischen Gesetze zwischen Patriziern und Plebejern zu manifestieren. Am Tempeleingang war in den Boden ein kleiner Flügelstab eingelassen.

Römische Tempel zu Ehren der römischen Göttin Concordia

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Räucherschale aus dem Römershop.

Als es in Gallien zu einer Meuterei kam, gelobte der Praetor L. Manlius 218 v. Chr. die Errichtung eines Concordia-Tempels, der am 5. Februar 216 v. Chr. eingeweiht wurde. 121 v. Chr. weihte L. Opimius nach der Verfolgung der Anhänger der Gracchen ebenfalls einen Tempel der Eintracht. Schon früh enthielt dieser Tempel zahlreiche Kunstschätze, die gerne für Senatssitzungen genutzt wurden. Eine Concordia-Statue etwa, die 164 v. Chr. vom Quaestor Q. Marcius gestiftet wurde. Auch fanden im Tempel zu Ehren der Eintracht Senatssitzungen statt und nicht wenige wichtige Entscheidungen wurden dort getroffen. Kaiser Augustus ließ den Concordia-Tempel im Jahr 7 v. Chr. instand setzen und Kaiser Tiberius erneut im Jahr 10 n. Chr. – nachdem ein Brand ihm geschadet hatte. In seiner neuen und endgültigen Fassung, maß der Kult-Raum zu Ehren der römischen Göttin Concordia etwa 45 auf 24 Meter. Dass die Cella so in die Länge angelegt wurde, lag wohl an der engen Bebauung am Ende des Forum Romanums, wo der Concordia-Tempel situiert war.

Zu Ehren der römischen Göttin Concordia

Zahlreiche Aktivitäten fanden in der Antike statt zu Ehren der römischen Göttin der Eintracht. Livia etwa, die Frau des Kaisers Augustus, soll anlässlich ihrer Ehe einen Tempel der Eintracht gestiftet haben. Auch zu Ehren Caesars sollte ein Tempel der Eintracht errichtet werden – ob dies jedoch geschah, ist nicht belegt. Immer wenn es zu Streitigkeiten im römischen Staatsverband kam, erhöhte sich die Kultbedeutung der Göttin Concordia. Und nach all den sozialen und politischen Unruhen der späten Republik blieb Concordia auch während der Kaiserzeit eine der am meisten verehrten Personifikationen in Rom.

Befruchtung der Gottheiten untereinander

Auch außerhalb Italiens wurde die römische Göttin Concordia in Ehren gehalten. So zum Beispiel in Spanien, Afrika und der Gallia cisalpina. Ihr Konterfei schmückte zahlreiche Münzen in diesen Ländern. Neben der allgemeinen Concordia, wurde Ehre auch der Concordia Augusta, der kaiserlichen Eintracht, zuteil. Die Concordia equitum oder auch militum galt der militärischen Eintracht. Kaiser Augustus stärkte diese Entwicklung, war er doch davon überzeugt, dass die alte Religion Stärkung brauchte. Er propagierte die Ergänzung großer und kleiner Götter durch Personifikationen und wollte durch entsprechende Kultnachbarschaften die Stärken der Gottheiten untereinander befruchten.

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