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Römer Lexikon

Römische Libertas: Opium für`s Volk!

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Freigiebigkeit waren auch Geldgeschenke!

Freigiebigkeit und Freiheitsentzug!

Eine dieser Tugenden, die vom Volk aus geradezu vom jeweiligen römischen Herrscher eingefordert wurde, ist neben römische libertas, der Freiheit, die Schwester, liberalitas, die Freigiebigkeit. An offiziellen Denkmälern wurde immer wieder dargestellt, wie ein Kaiser siegreich einen Feldzug beendet, dabei vorausschauend handelt und gerecht und milde mit den Besiegten umgeht. Natürlich lässt er seine Unterstützer und das Volk, für das er gekämpft hat, beim Triumphzug an der Beute teilhaben. So entstanden Szenen, in denen die Verteilung von Geldgeschenken an die römischen Bürger gezeigt wurde und der Kaiser auf diese Weise ganz direkt und unmittelbar seine liberalitas zu erkennen gibt. Im Zusammenhang mit der Freigiebigkeit der Kaiser ist hier auch wichtig, dass diese öffentliche Bauten finanzierten, wie Bibliotheken und Thermen – und natürlich die Spiele veranstalteten. Panem et circenses, Brot und Zirkusspiele, sind die griffigen Schlagworte, mit denen immer wieder in der modernen Literatur der Zustand des entpolitisierten römischen Volkes beschrieben wird. Die Freizügigkeit diente nämlich nicht als Schwester der Freiheit, sondern beraubte die Römer ihrer politischen Rechte und damit ihrer zumindest politischen Freiheit. Es scheint beinahe, als diente die römische liberalitas dazu, die Römer zu betäuben und den Verlust römischer libertas, der Freiheit vergessen zu machen.

„Opium fürs Volk“ statt Freiheit des Denkens

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Römische Münzen gibt es im Römershop!

In den Satiren des Juvenal steht dazu geschrieben: „Längst schon, seitdem wir unsere Stimmen niemandem mehr verkaufen, hat es (das Volk) jedes Interesse von sich geworfen; denn einst verlieh es Befehlsgewalt, Rutenbündel, Legionen, alles sonst, jetzt hält es sich zurück und wünscht ängstlich nur zwei Dinge, Brot und Zirkusspiele (panem et circenses).“ Klingt stark nach dem bekannten „Opium fürs Volk“! Politische Mitbestimmung im Sinne der römischen Republik existierte nicht mehr. Das Zitat steht jedoch in Verbindung mit dem plötzlichen Sturz des Sejan, der zunächst vom römischen Kaiser Tiberius in hohe Ämter gehoben und mit großer Macht ausgestattet worden war und dann durch Tiberius gestürzt wird. Sejan wird umgebracht, sein Leichnam geschändet und in den Tiber geworfen. Nach der Tat herrscht in Rom ein Klima völliger Unsicherheit, in der das Volk nur noch für panem et circenses zu haben ist.

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