Kategorien
Römer Lexikon

Römische Namen: Große und kleine Römer!

clock-317009_640 (1)
Manche Mädchen wurden in der Antike einfach nummeriert!
Via pixabay: by kaz.

Wie kamen die Römer zu ihrem Namen?

Römische Namen: Mädchen kamen häufig zu ihrem Namen aus rein pragmatischen Gründen. Heute unvorstellbar, wurden römische Frauen einfach durchnummeriert: Primus, Secundus, Tertius, Quartus, Quintus, Quinctius oder Quintilianus, Sextus, Sextius oder Sestius, Septimus oder Septimius, Octavius oder Octavianus, Nonus oder Nonius und Decimus waren bei den Römern durchaus gängige Namen – insbesondere bei den Mädchen.

Besondere Umstände bei der Geburt konnten ebenfalls zur Namensgebung führen. Properius war der Frühgeborene und Agrippamit der mit den Füssen zuerst auf die Welt gekommen. Geminius und Gemellus bedeutete Zwillinge und Trigeminus stand für Drillinge. Auch die Uhrzeit der Geburt konnte zum Namen werden: Manius war morgens geboren und Lucius und Lucilius am Tag. Marinus etwa war auf hoher See zur Welt gekommen und erst nach dem Tod des Vaters erblickte Postumus das Licht der Welt. Dentatus kam vermutlich mit Zähnchen im Mund zur Welt.

Römische Namen: Aussehen gibt den Namen!

Auch die Haarfarbe oder der Haut konnten Kindern römische Namen verleihen. Albius und Albinus waren weiß- oder blondhaarig zur Welt gekommen. Caesius und Caesellius hatten blaugraue Augen. Canuleius kam grau zur Welt, Flavius blond, Fulvius rötlich bis braun, Fuscus dunkel bis schwarz und Livius blau bis bleich. Bekannt waren zur Zeit der Römer auch die Namen Niger, Nigellus, Nigidius und Nigrinus für schwarz sowie Rufus und Rufinus für rot und Rutilius für rotgelb.

Große und kleine Römer und ihre Namen

Der große Römer hieß etwa Magnus, der noch größere Maximus. Die Kleinen erhielten den römischen Namen Parvus undPaul(l)us. Dick waren Crassus und Bassus und der dünne Römer konnte Macer heißen. Ein sehr langer Römer hörte gegebenenfalls auf den Namen Long(in)us und der hübsche Knabe auf Lepidus. War ein Römer gar schön, konnte er auch Pulcher heißen und der wüste Typ konnte den römischen Namen Turpilius tragen. Auch von Körperteilen leiteten die Römer ihre Namen ab: der großköpfige Capito, Fronto mit der breiten Stirn, die kraushaarige Cinna, Cincinnatus und Crispus oder ganz ohne Haarpracht: Calvus und Glabrio.

Römische Namen: Gebrechen und Äußerlichkeit Namensgeber

Sogar Gebrechen ließen die Römer in ihrer Namensfindung nicht aus! Blind waren etwa Aecus und Caecilius. Paetus war ein Blinzler und Strabo schielte. Bei dem Namen Naso dürfte eine große Nase der Namensgeber sein und bei Nasica eine krumme Nase. Dicke Backen hatten Bucca, Bucco und Buccius. Labeo kam mit wulstigen Lippen daher und Den(i)o, Denter, Dentrius und Denticulus waren nach ihren Zähnen benannt. Flaccus war wohl hingegen mit Schlappohren geboren. Römer mit dem Namen Mento hatten ein ausgeprägtes Kinn und Struma einen Kropf. Auf den Bart zielen die römischen Namen Barba, Barbo und Barbatus ab; Ahenobarbus hatte einen kupferroten Bart. Balb(in)us und Balbulus stotterten. Laelius, Laenius und Laevius waren Linkshänder. Sedigitus hatte etwa sechs Finger und Murc(li)us einen verstümmelten Daumen. Scaurus musste mit einem Klumpfuß durchs Leben gehen und Claudius hinkte. Plattfüße waren unter den Römern ebenfalls weit verbreitet, denn es gab zahlreiche Römer mit den Namen Atta, Pansa, Pedo, Planc(i)us, Planta, Plautus undPlotinus. Valg(i)us, Varro und Var(i)us hatten dagegen einfach krumme Beine. Forficulus war mit X-Beinen „gesegnet“ und Dorso und Tubero hatten einen Buckel. Wer Naevius hieß, hatte vermutlich ein markantes Muttermal, Verrucosus Warzen.

clock-317009_640 (1)