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Römische Praetoren: Hatten auch Privilegien!

Römische Preatoren
Kapitol in Rom by Luigi Versaggi (creative commons).

Wahl der römischen Praetoren und Privilegien

Römische Praetoren wurden in den comitia centuriata gewählt, in denen auch die Wahl der Consuln stattfand.

Voraussetzung für eine Wahl war seit 180 v. Chr. das Alter von 40 Jahren, seit dem 3. Jhd. mussten Praetoren zudem eine Quaestur inne gehabt haben. Sie war allerdings erst seit Sulla formell vorgeschrieben. Die Aufgabenbereiche der Praetoren, wie der Vorsitz in einem Gerichtshof, praetor urbanus oder peregrinus, legte der römische Senat anschließend fest und ließ das Los die Verteilung entscheiden.

Privilegierte Praetoren!

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Die Insignien der römischen Praetoren glichen denen der Consuln. Auch sie trugen die toga praetexta und führten ihre Amtshandlungen auf einer Sella curulis im Sitzen aus. Auch sie hatten Liktoren, allerdings höchstens sechs (später innerhalb Roms nur noch zwei). Bei Verhandlungen stand die sella curulis auf einem Tribunal, auf dem zudem Bänke (subsellia) für die Berater des Praetors (consilium) und eventuell für die Richter (iudices) aufgestellt waren. Weil der praetor urbanus so besonders wichtig für die Stadt Rom war, war es ihm nicht erlaubt, die Stadt für mehr als zehn Tage zu verlassen.

Die Praetoren zur Kaiserzeit

Auch für die römische Praetur brachte der Wandel zum Prinzipat zahlreiche Änderungen. Allein die Zahl schwankte beträchtlich. Unter Kaiser Augustus amtierten zehn bis zwölf Praetoren. Unter Kaiser Claudius hingegen waren es wieder 18 und seit Kaiser Hadrian blieb es dabei. Das Mindestalter für die Praetur wurde während der Kaiserzeit auf dreißig Jahre gesenkt. Die Aufgaben der Praetoren wurden vor allem Strafrecht eingeschränkt – sie behielten jedoch den Vorsitz in den Gerichtshöfen. Doch die Geschworenenlisten etwa, welche die Praetoren immer noch aufstellten, fielen zunehmend unter den Einfluss des Kaisers. Bedeutung behielten die römischen Praetoren lediglich im Privatrecht. Die angesehensten Ämter blieben weiterhin praetor urbanus und praetor peregrinus und auch die Zuordnung zu einer bestimmten Praetorenstelle ermittelte man weiter per Losverfahren.

Neue Aufgaben für die römischen Praetoren

Neben jurisdiktionellen Aufgaben übernahmen die römischen Praetoren in der Kaiserzeit weitere neue Aufgaben. Diese gingen teilweise auf republikanische Tradition zurück. Hatte etwa der praetor urbanus bereits in republikanischer Zeit die ludi Apollinares veranstaltet, übernahm das Praetorenkollegium seit 22 v. Chr. auch die großen ludi Romani und ludi plebei von den Aedilen. Im kultischen Bereich kamen ihnen zudem neue Kompetenzen zu: Für den Termin der Compitatlia, sowie das Hercules-Opfer des praetor urbanus an der Ara Maxima waren sie zuständig. Augustus übertrug den römischen Praetoren schließlich mit den Volkstribunen zusammen die Sorge um die stadtrömischen Regiones.

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