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Römer Lexikon

Römische ritterliche Statthalter & die Provinzen

Römischer_Statthalter
Fresko: Statthalter Laurentius und die Armen;
by W. Moroder via wikimedia.

Römische Statthalter

Einige kaiserliche Provinzen wurden auch römischen Rittern unterstellt. Insbesondere die Provinz Aegyptus betrachtete der Kaiser dabei nicht als offizielle Provinz sondern eher als seinen Privatbesitz. Außerdem waren in erster Linie kleinere Regionen von strategischer Bedeutung ritterliche Provinzen; etwa die Alpes Graiae et Poeninae oder die Alpes Cottiae wegen der Pässe. Und auch die ehemaligen Vasallenstaaten wie Noricum oder Mauretania wurden ritterlichen Statthaltern anvertraut.

Die ritterlichen Provinzen der Römer

Die römischen ritterlichen Statthalter wurden entweder Praefectus (bei militärischen Aufgaben) oder Procurator (bei zivilen Aufgaben) genannt. Manche Aufgabengebiete wurden auch von zwei Amtsträgern zusammen übernommen. Seit dem 2. Jhd. wurde der Titel praeses häufiger für die ritterlichen Statthalter verwendet, bis dieser sich schließlich ganz zur üblichen Bezeichnung durchsetzte. Manches Mal unterstanden die ritterlichen Statthalter auch benachbarten legati Augusti pro praetore. Einige ritterliche Provinzen wurden in senatorische umgewandelt, nachdem Legionen dort stationiert wurden. Unter Kaiser Vespasian war das etwa Cappadocia und unter Marc Aurel zum Beispiel Raetia).

Die Aufgaben der ritterlichen Statthalter

Die Aufgaben der Statthalter der römischen Provinzen bleiben über die Zeit hin weitestgehend die gleichen. Ihre primäre Aufgabe war es, die römische Herrschaft aufrecht zu erhalten und den öffentlichen Frieden zu wahren. Dazu konnten sie nahezu alle Mittel einsetzen. Die ritterlichen Statthalter konnten zum Beispiel in die Selbstverwaltung von Städten eingreifen (unabhängig von deren Rechtsstatus), die Truppen in ihrer Provinz kommandieren und nahezu uneingeschränkt über die Provinzbevölkerung bestimmen. Ein Problem hatten sie dabei jedoch, denn nur wenig Personal stand ihnen zur Verfügung. Sie mussten sich also auf Kernaufgaben beschränken. Vor allem kümmerten sie sich um die öffentliche Sicherheit und die Rechtsprechung in der von ihnen zu verantwortenden Provinz.

Die Sicherheit in den römischen Provinzen

Das Ziel der römischen Statthalter der öffentlichen Sicherheit in den Provinzen war nur schwierig durchzusetzen. Insbesondere in sehr großen Provinzen oder Gebieten mit schwer zugänglichen Regionen wie Gebirgen oder Wüsten waren die Provinzen nie gänzlich zu kontrollieren. Die römischen Statthalter konzentrierten sich deshalb auf dicht besiedelte Gebiete, die Küsten und die wichtigen Transportwege. Unterstützung suchten sie sich von den lokalen Polizeitruppen (vigiles) oder abkommandierte Soldaten. Bei größerer Unruhe verursacht durch Aufständische oder Räuberbanden (latrones) griffen die Provinzstatthalter auf größere Truppenverbände zurück. Trotzdem blieben in Provinzen ohne städtische Strukturen oder mit nomadischer Bevölkerung Raubüberfälle an der Tagesordnung.

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