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Römer Lexikon

Römischer Lebenslauf: Glücksbringer bis Greis

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Römische Bulla, 1. Jhd. n. Chr. Nach einem Fund aus Pompeji. Ori­gi­nal im Museo Na­zio­na­le in Neapel.

Römischer Lebenslauf: Als Einstieg ins Leben erhielten römische Babies Glücksbringer

Bei der Geburt erhielten römische Babies einen Glücksbringer – eine „Bulla“. Ein römischer Lebenslauf war bei Weitem nicht so starr geregelt wie eines Menschen in heutiger Zeit.

Im Alter von etwa sieben Jahren gingen Römische Kinder in die Elementarschule (ludus) zu einem magister ludi. Mit sechs Jahren verlobten sich die jungen Mädchen. Mit etwa elf Jahren war die Schule abgeschlossen und im Alter von 14 Jahren endet offiziell die Kindheit. Zwischen 15 und 17 Jahren heirateten die Mädchen. Viele römische Frauen führten in ihrem Leben mehr als eine Ehe. Meist ließen sie sich im Alter von 21 bis 30 Jahren scheiden und verheirateten sich neu. Die Männer waren in der Regel etwa 15 bis 20 Jahre älter als ihre Ehefrauen. Mit etwa 40 Jahren wurden die meisten Frauen Witwen. Die römische Matrone führt schließlich alle an der Nase herum, die auf einen Teil ihres Erbes spekulieren.

Die höhere Bildung im römischen Lebenslauf erhielten meist nur die Jungen auf der weiter führenden Schule – beim grammaticus. Er vermittelte den Römern grammatische und literarische Kenntnisse. Dazu zählte auch das Erlernen des Griechischen. Jungen konnten ab dem vollendeten 14. Lebensjahr heiraten. Der junge Römer legte in der Regel mit 17 Jahren die toga praetexta ab und bekam die toga virilis angelegt. Damit trat er ins politische Leben ein und erhielt Stimmrecht und durfte ins Militär eintreten. Erst mit 43 Jahren konnte ein Römer Konsul werden.

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Römischer Lebenslauf: Verlobten sich Römer?

Typischer römischer Lebenslauf: Einer Hochzeit konnte auch zu Römerzeiten eine Verlobung vorausgehen, bei der sich meist die Väter im Vorfeld einigten. Dies geschah vorwiegend in der Oberschicht. Juristisch hatte eine Verlobung jedoch keinen Bestand. Sie konnte einseitig aufgekündigt werden.

Es gab sogar einen Verlobungsring (anulus pronubus) aus Eisen oder Gold, den nur die Braut trug – so wie heute – am vierten Finger. Eine Verlobungsfeier mit Gästen und Geschenken war erst ab der Kaiserzeit üblich.

Wie lange lebten die Römer?

Mit zunehmendem Alter stieg in der Antike die Lebenserwartung. Im Alter von 60 Jahren wurde man erwartungsgemäß 70, bei der Geburt gegebenenfalls nur 25 Jahre. Am häufigsten starben vor allem in den ersten drei Jahren die Jungen an den unterschiedlichsten Krankheiten. Wenn man zu den zwei Prozent gehörte, die das 70. Lebensjahr erreichten, lagen die Gefahren des Militärdienstes und des gebärfähigen Alters hinter einem und man konnte uralt werden.

Einige Rekordhalter waren M. Valerius Corvinus mit 100 Jahren, die Frau von Cicero, Terentia, mit 103 Jahren, der Musiker Xenophilos mit 105 Jahren, Giogias aus Sizilien mit 108 Jahren und die Frau des Osilius namens Clodia mit 115 Jahren!