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Römer Lexikon

Römischer Triumphzug: Noch mehr Beutekunst!

Statuen-Roemer-Skulpturen
Statuetten aus dem Römershop.

Beutekunst beim römischen Triumphzug

Auf dem römischen Triumphzug waren neben Statuen auch Silber- und Gold-Gegenstände als Beutekunst sehr beliebt. Königliches Tafelgeschirr, das erbeutet wurde, kam etwa mit auf dem Triumph oder nach einem Siegeszug über die Kelten auch deren Möbelstücke, Teppiche und Musikinstrumente.

Ein gewisser Triumphator namens Lucius Aemilius Paullus hatte zum Beispiel einmal so viele Kunstwerke erbeutet, dass er seinen Makedonen-Triumph im Jahr 167 v. Chr. auf drei Tage auslegen musste, um dem Publikum all die Schätze vorzuführen. Im Laufe der Zeit sammelten sich so viele Beutegegenstände in Rom an, dass ab der Mitte des 2. Jhd. v. Chr. zahlreiche Stücke auch in andere Städte des Imperiums gebracht wurden.

Triumphzug durch Rom: Doppelt geraubte Beute

Sogar schon einmal Geraubtes fand seinen Weg nach Rom: Als Publius Cornelius Scipio Aemilianus 146 v. Chr. über Carthago siegte, wurden unter den zahlreichen erbeuteten hellenistischen Werken viele von den Karthagern geplünderte Stücke ausgemacht. Sogar Beutegut aus der Zeit um 410 v. Chr. war darunter! Darauf ließ der römische Triumphator Gesandte aus den sizilianischen Städten kommen und gab ihnen die geraubten Kunstwerke ihrer Ahnen zurück!

Im 1. Jhd. v. Chr. änderte sich das „Beute machen“. War es bislang den römischen Feldherrn allein darum gegangen, die Beute vor dem Volk zu präsentieren, sie den Götter zu weihen oder gar in ihre Privatsammlungen aufzunehmen, rückte die rasche Kriegsfinanzierung in den Mittelpunkt des Kunstraubs. Die römischen Feldherren nahmen, was sie vorfanden. Sogar Teile der Säulen vom olympischen Zeus-Tempel in Athen gelangten auf diese Weise nach Rom!

Kunst als reine Beute auf dem römischen Triumphzug

Nicht Kunstsinn war die Motivation der Römer, sondern sie sahen die Kunst als reine Kriegsbeute, praeda, an. Die Verteilung der Beute oblag ausschließlich dem Feldherrn. Die Römer erwarteten jedoch von den Triumphatoren die Spende des Großteils für sakrale oder staatliche Zwecke. Lucullus belegte als römischer Triumphator sogar seine Abrechnungen auf eigenen Tafeln im Triumphzug, um zu zeigen, wie großzügig er seine Beute an das römische Volk gab.

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