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Römer Lexikon

Römisches Reich: Eckpunkte & Geschichte

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Eckpunkte des Römischen Reichs

Norden: im heutigen Schottland gelegen, der Antoninische Wall; Lindum Damniorum.

Osten: Seleukia am Tigris, etwas nördlich von Babylon. In der Regierungszeit des Kaisers Trajan kurz vom armenischen Dwin abgelöst.

Süden: Pselchis, das etwas oberhalb des ersten Nil-Katarakts gelegen ist.

Westen: Olisippo, das in etwa dort lag, wo sich das heutige Lossabon befindet.

Das Römisches Reich (lateinisch Imperium Romanum, die antike staatsrechtliche lateinische Bezeichnung lautete „Senatus Populusque Romanus“ (S.P.Q.R.): „Der Senat und das Volk von Rom“) bezeichnet das von den Römern, der Stadt Rom beziehungsweise dem römischen Staat beherrschte Gebiet zwischen dem 8. Jahrhundert v. Chr. und dem 7. Jahrhundert n. Chr., wobei eine eindeutige Abgrenzung zur vorrömischen Epoche oder dem Byzantinischen Reich kaum möglich ist.

Das Römische Reich: Vier Phasen

Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in vier Phasen gliedern:

  1. Römische Königszeit: 753 v. Chr. Bis 509 v. Chr.
  2. Römische Republik: 509 v. Chr. Bis 27 v. Chr. (Untergang der Republik infolge der Bürgerkriege ab 133 v. Chr.)
  3. Prinzipat beziehungsweise Römische Kaiserzeit: 27 v. Chr. bis in die Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts (235 bis 284/285; auch als „Zeit der „Soldatenkaiser“ bezeichnet)
  4. Spätantike: ab 284/285 bis ins 6./7. Jahrhundert (in der älteren Forschung auch als „Dominat“ bezeichnet). In dieser Zeit erfolgte die Völkerwanderung (375 bis 568) und Teilung des Reiches (395) sowie der Untergang des Römischen Reiches (476/480) im Westen und der Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (frühes 7. Jahrhundert).

Römisches Reich: vom König über die Republik zum Kaisertum

Die Herrschaftsform des Reiches wandelte sich im Laufe der Zeit von der Königsherrschaft zur Republik und schließlich zum Kaisertum. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung unter Kaiser Trajan, im Jahre 117, erstreckte sich das Römische Reich über Territorien auf drei Kontinenten rund um das Mittelmeer: Von Gallien und großen Teilen Britanniens bis zu den Gebieten rund um das Schwarze Meer (Bosporanisches Reich). Damit beherrschte Rom den gesamten Mittelmeerraum. Das Reich war dabei bis in die Spätantike in Provinzen unterteilt, seitdem die Römer im 3. Jahrhundert vor Chr. begonnen hatten, ihre Macht über Italien hinaus auszuweiten. Die erste Provinz war Sizilien. Das eigentliche Rückgrat der Verwaltung bildeten allerdings die Städte des Imperiums, die als halbautonome Bürgergemeinden organisiert waren und insbesondere für die Steuererhebung zuständig waren.

Römisches Reich: Großer Einfluss – Idee vom grenzenlosen Reich

Das Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In seiner östlichen Hälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen. Der Westen Europas hingegen wurde latinisiert.

Latein wurde zur Amtssprache im gesamten Reich (im Osten ergänzt durch das Altgriechische). Dieses Erbe des Imperium Romanum wirkte lange nach seinem Untergang fort: Über Jahrhunderte war Latein in ganz West- und Mitteleuropa bis in die Zeit des Barock die Sprache der Gebildeten. In der römisch-katholischen Kirche ist Latein bis heute offizielle Amtssprache. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen „romanischen“ Sprachen Europas wie Französisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, Katalanisch, Galicisch, Okzitanisch, Rätoromanisch, Ladinisch, Friaulisch und Sardisch. Zudem finden sich viele lateinische Lehnwörter in den germanischen und den slawischen Sprachen.

Das „Römische Reich“ mit seinen vielen unterschiedlichen Völkern, Sprachen und Religionen war Staat, Gesellschaftsform und nicht zuletzt eine universelle Idee vom „imperium sine fine“, vom „grenzenlosen Reich“.

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