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Römer Lexikon

Römisches Tali-Würfelspiel: ohne Risiko!

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Namensgeber für einen Würfelwurf: Euripides!
By Gunnar Bach Pedersen (free licence).

Römisches Tali-Würfelspiel

Die quaderförmigen Würfel der Römer fürs Glücksspiel aus Knochen hießen tali. Der Name kommt von dem Lateinischen talus, was so viel heißt wie Knöchel(chen). Im Gegensatz zum herkömmlichen Würfel  hatte der talus lediglich vier Seiten mit unterschiedlichen Punktewerten.

Die flache Seite des kleinen Knochens wurde mit einem Punkt, die nach außen gekrümmte Seite mit drei, die nach innen Gekrümmte mit vier und die schmale Seite des Knöchelchens mit sechs Punkten bewertet. Schon die Griechen spielten mit solchen Würfeln und im Ilias von Homer ist das Knöchelspiel erwähnt. Die Regeln mit den Knöchelchen sind ein wenig komplizierter als die des normalen Würfelspiels. Zu einem Glücksspiel-Set mit antiken tali gehörten vier Knöchelchen, welche die Spieler gleichzeitig warfen. Ziel war es auch nicht etwa nur eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen, sondern zudem bestimmte Zahlenkombinationen. Als höchster Wurf, der auch hier Venuswurf genannt wurde, galten unterschiedliche Punktwerte auf den knöchernen Würfeln: 1-3-4-6. Der schlechteste Wurf, auch hier der so genannte Hundswurf, war wie beim normalen Würfelspiel ein Wurf von vier Einsen.

Römisches Tali-Würfelspiel: Venus und Hund!

Neben dem Venuswurf und dem „canis“ (Hund) hatten auch die weiteren 33 möglichen Würfelkombinationen eigene Namen. Sie hießen Alexander, Antigone, Berenike, Darius oder auch Euripides zum Beispiel. Die genaue Zuordnung der Namen zu den Wurfwerten ist leider literarisch nicht eindeutig überliefert. Jedoch weiß man, dass Stesichoros beispielweise einen Wurf mit acht Punkten bezeichnete, da das Grab dieses Dichters, nach dem der Wurf benannt wurde, acht Ecken hatte. Euripides zählte etwa 40 Punkte. Vermutet wird hinsichtlich der Namensgebung, dass ein Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Epochen und Gegenden bestand, welche die verschiedene Werte und Bezeichnungen bestimmten.

Tali-Würfelspiel: ohne Risiko!

Im Vergleich mit dem römischen Würfelspiel, wurde tali von den römischen Glücksspielern nicht so riskant gespielt. Bei einigen Würfen galt es für jeden Mitspieler, einen Standardeinsatz auf den Tisch zu legen. Wer einen Venuswurf hatte, erhielt das gesamte angesammelte Geld auf dem Tisch! Für die restlichen Würfe gab es zwar zahlreiche Namen, jedoch für Gewöhnlich keine finanzielle Auszahlung. Wie die Würfel, hatten auch tali mantische, also weissagende Bedeutung.

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