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Römer Lexikon

Rom | Untergang

Rom-Diorama-Stadt
Der Untergang Roms
Die Stadt

Rom unter fremder Herrschaft

Auch unter ostgotischer Herrschaft wurden die Bauwerke der Stadt Rom instand gehalten. Um 530 lebten noch immerhin etwa 100.000 Menschen in Rom.

Zivilisatorische Katastrophe war dann schließlich der Gotenkrieg mit der endgültigen Zerstörung fast aller römischen Wasserleitungen durch Witichis im Jahr 537. Auch die Senatorenschicht, die das antike römische Erbe bewahrt hatte, wurde ausgelöscht. Mehrjährige oströmisch-gotische Belagerungskämpfe legten die Stadt Rom und das städtische Leben in der einstigen Millionenstadt schließlich gänzlich lahm.

Rom entging nur knapp der vollständigen Zerstörung

Das letzte spätantike Bauwerk Roms ist die im Jahr 608 errichtete, 13,60 Meter hohe, marmorne Phokassäule auf dem ehemaligen, antiken Mittelpunkt der Stadt, dem Forum Romanum. Vom alten Glanz des Forums und der Ewigen Stadt war jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel übrig. Die Stadt war nur knapp einer vollständigen Zerstörung entgangen. Rom gehörte zwar formell seit 554 wieder zum Oströmischen Reich, die Ordnungsfunktionen wurden jedoch während der Völkerwanderung zunehmend vom Papsttum ausgeübt. Zwischen dem 8. und 11. Jhd. folgten weitere Belagerungen, Angriffe und Plünderungen durch Langobarden, Sarazenen und Normannen, so dass sich das Stadtgebiet der antiken Stadt Rom kaum mehr über die Ufer des Tiber hinaus erstreckte.

Rom: Der Mythos der „Ewigen Stadt“ hält sich

Schon zur römischen Kaiserzeit gab es Begriff der „Ewigen Stadt“ im Zusammenhang mit der römischen Hauptstadt Rom. Der römische Dichter Vergil (70 bis 19 v. Chr.) schrieb nach Vorbild Homers die Aeneis, eine Erzählung der Vorgeschichte und Bedeutung Roms. Dieses Buch wurde zu einem Lehrbuch an römischen Schulen und gilt als das Nationalepos der Römer. Der Gott Jupiter prophezeit in diesem Werk die Ewigkeit Roms, dem keine räumlichen oder zeitlichen Grenzen gesetzt seien.

Der Offizier und Geschichtsschreiber Marcellinus (um 333 bis nach 391) begründet ebenfalls in seiner Lebensanalogie die Ewigkeit Roms damit, dass virtus (Kraft, Tugend) und fortuna (Glück) bei der Gründung einen Bund ewigen Friedens geschlossen haben, welcher garantiere, dass Rom, solange Menschen leben, bestehen bleibe. Auch der Jurist und hohe Beamte Aurelius Prudentius Clemens (348 bis nach 405) verglich die Idee der Ewigen Stadt mit der Philosophie des christlichen Roms. Laut Prudentius, habe Rom die Menge der Völker geeint und mit seinem Frieden den Christen den Weg bereitet. Jedoch setzt er hinzu: Rom sei nicht seiner Kraft beraubt oder gealtert, sondern könne immer noch zu den Waffen greifen, wenn Kriege riefen.

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