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Römer Lexikon

Dem Triumph geht die Puste aus

Titus Quadriga_(Forum_Romain)
Triumph Titus am Eingang des Forum Romanum/Via Sacra. Via wikimedia commons by dalbera.

Römischem Triumph geht die Puste aus

Als die Triumphal-Listen im Jahr 19 v. Chr. nicht weiter geführt wurden, markierte dies das Ende des klassischen Triumphs. Kaiser Augustus ließ die Listenführung beenden. Er wollte damit ein Zeichen setzen, ein neues Zeitalter einzuläuten. Auch das Christentum entzog dem Triumph die religiöse Basis.

Gegen Ende des Mittelalters fand allerdings die Triumphal-Symbolik erneut Anwendung und während der Renaissance sogar weitere Verbreitung. Napoleon verhalf dem Triumphzug zu neuem Ruhm! Er hielt nicht nur gigantische Züge ab sondern gab auch unvergessene Siegesdenkmäler in Auftrag!

Wie sich der römische Triumph veränderte

Der römische Triumph veränderte sich sehr im Laufe der Zeit. So war es zum Beispiel dem Original nach der untypisch, dass Münzen zeigen, wie Kaiser Augustus auf einem hohen Podest sitzt und Lorbeerzweige von seinen beiden Feldherrn entgegen nimmt. Tiberius etwa musste bei seinem Triumph einen Kniefall machen. Einen tieferen Sinn und mehr dem ursprünglichen Triumphgedanken verbunden, kam der Triumph dann wieder daher, als die Führung des Imperiums wechselte.

Im Kaiserreich wurde der römische Triumphzug mit dem adventus verbunden, einem triumphähnlichen Einzug der Kaiser in die Stadt Rom und weiterer Festumzüge zu Ehren der Kaiser. Doch mehr entwickelte sich der Kult hin zu einer triumphalen Einzugsveranstaltung und nach 303 n. Chr. gab es keinen echten Triumph mehr. Bereits Septimius Severus nahm die Triumphal-Symbolik für sich ein, verzichtete auf einen regulären Triumph und gab dem Einzug in die Hauptstadt triumphalen Charakter.

Ein Ersatz für den Triumph muss her!

Da sich bei den Römern aber die Triumphe etabliert hatten und inzwischen auch gewissen Unterhaltungswert hatten, suchten die Bürger Roms bereits während der frühen Kaiserzeit nach einem Ersatz für die Triumphe – wenn schon keine kriegerischen Anlässe zur Verfügung standen! Geradezu verrückte Ideen entstanden auf diese Weise! So ließ etwa Caligula eine 3,5 Kilometer lange Schiffsbrücke über dem Golf von Puteoli, direkt über doppelte Lastkähne schlagen! Diese simulierte die Via Appia und an zwei Tagen zog der Kaiser je einmal hin und wieder zurück; zuerst als Reiter und dann als Wagenlenker.

Hintergrund war übrigens politische Propaganda, denn Caligula hielt nichts von der Partnerpolitik seiner Vorgänger und tat dies mit derartigen Veranstaltungen vehement kund. Mit friedlichem Gedanken hingegen positionierte sich der ebenfalls ja als extravagant bekannte Kaiser Nero: Nach seiner großen Griechenlandreise triumphierte er von Neapel bis Rom! Sogar die Stadttore mussten auf Maß gebracht werden, damit er mit seiner Quadriga Einzug halten konnte! Dabei begriff sich der Kaiser keinesfalls als Feldherr sondern als Künstler und Sieger in Wettkämpfen. Selbstverliebt, wie er war, opferte der römische Kaiser auch nicht die gewonnenen Kränze dem Iuppiter. Er ließ sie einfach in seinem Schlafzimmer aufhängen!

Titus Quadriga_(Forum_Romain)