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Römer Lexikon

Zoo: Gab es sowas bei den Römern?

Schaf
Ouessant-Schaf (Ushant), Heidelberg/Ziegelhausen (4028mdk09 via wikimedia commons).

Gab es im Alten Rom einen Zoo?

Zoos in dem Sinne, wie wir sie heute kennen, gab es bei den Römern nicht. Wohl aber bekamen auch römische Kinder die Gelegenheit, sich exotische und wilde Tiere anzusehen. Vorläufer moderner Zoos waren private Tierparks und Freigehege, wie sie reiche Römer seit dem 1. Jhd. v. Chr. nahe Rom anlegen ließen. Diese vivaria waren eine Weiterentwicklung von Gehegen, in denen ursprünglich nur Hasen gehalten wurden (leporia).

Zum normalen Bestand gehörten Rot- und Schwarzwild, Wildziegen und wilde Schafe. Die Parks dienten mehreren Zwecken: Der Schaulust und der Unterhaltung der Eigentümer, dem Jagdsport und auch Erwerbszwecken (der Züchtung von Nutztieren). Zumeist lagen diese Tierparks auf den Landgütern und waren somit der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Die Neugier des einfachen Mannes gegenüber exotischen Tieren wurde in Rom durch das Zuschaustellen vor allem bei den „Spielen“ im Circus und Amphitheater befriedigt. Die meist aufwändig geschmückten Tiere – mit etwa vergoldete Mähnen oder Hörnern – wurden in Käfigen präsentiert und fielen anschließend den „Jagden“ der Arena zum Opfer. Besonders ausgefallene Exemplare wurden eine Zeitlang auf den Straße und Plätzen gezeigt. Dort konnten sie auch die Kinder bewundern. So ließ M. Scaurus 58 v. Chr. eigens einen Wassergraben anlegen für das erste Nilpferd, das in Rom gezeigt wurde und für fünf Krokodile.

Tierparks der römischen Kaiser – ähnlich wie ein Zoo

Außerdem konnte man auf bestimmten Plätzen in der Stadt die in Zwingern eingesperrten wilden Tiere bestaunen, die für die „Tierhetze“ bestimmt waren. Mehrere Kaiser ließen ebenfalls Tierparks anlegen. Die dort gehaltenen Tiere dienten allerdings häufig als „Material“ für Darbietungen im Amphitheater. Gordians III hatte auch einen Zoo, wo unter anderem 32 Elefanten, zehn Elche, zehn Tiger, 60 zahme Löwen, zehn Hyänen, sechs Flusspferde zehn Giraffen, und 40 Wildpferde lebten. Auch sie waren für die Säkular-Spiele des Jahres 248 n. Chr. bestimmt. Dass dieser Zoo öffentlich zugänglich war, ist anzunehmen. Die Idee, bedrohte Tierarten im Zoo durch Nachzüchtung zu erhalten, war der Antike allerdings fremd.

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QQ: Varro r. r. III 12 f.; Colum. IX 1; Gell. II 20; Plin. NH VIII passim; Aug. Gord. 33.