Heilgott Asklepios : Mythos oder wahre Person

Asklepios: Mythos oder Wahrheit?

Spannend, weil ungeklärt, ist es, der Frage nachzugehen, ob denn Asklepios gar eine rein mythologische oder vielleicht doch eine historische Person war? Eigentlich war Asklepios als eine mythologische Person bekannt, bis ein gewisser J. Emma und Ludwig Edelstein 1945 versuchten, aus Asklepios eine historische Figur zu konstruieren.

Eine Person also, die etwa 700 Jahre vor Hippokrates gelebt haben könnte und erst später von den Menschen in den Götterhimmel versetzt wurde. Der Gedanke kam nicht ganz von ungefähr, denn Hippokrates selbst behauptete von sich der 18. Nachfahre von Asklepios zu sein. Ein weitere Deut auf seine Wahrhaftigkeit ist, dass Homer die beiden Söhne von Asklepios, Machaon und Podalirius in der Ilias mitspielen lässt. Und wie auch Jesus, der an die Seite Gottes gesetzt wurde, wurde auch Asklepios erst zu den späten Göttern der Griechen gezählt, als es die meisten griechischen Götter schon gab. Ein Nachweis gelang den Forschern allerdings nicht, so dass all diese Vermutung genau solche bleiben müssen.

Auf den Spuren von Asklepios

Spuren des Asklepios, dem Gott der Heilkunde, gibt es unterdessen noch heute. Etwa den Asklepios-Stab bei den Apotheken und den Medizinern. Als Symbol für Medizin und Heilkunde dient dieser allerdings erst in unserer Zeit. Genauer gesagt seit dem 23. April 1868, als die preußischen Militärärzte den Asklepios-Stab erstmals als ihr Erkennungszeichen trugen. In der Antike hingegen galt der Schröpfkopf als Erkennungssymbol für Ärzte und Heilungskundige. Als Sternenbild begegnet er uns ebenfalls noch heute: Als Sternbild Schlangenträger steht Asklepios am nördlichen Firmament.

Einige bekannte Asklepios-Statuen und Tempel

Auch als Statue ist der Gott der Heilkunst uns heute erhalten geblieben. So etwa als Asklepios-Statue aus Antium. Es handelt sich um einen Fund aus Anzio, zu römischer Zeit Anthium, zirka 60 Kilometer von Rom entfernt in der italienischen Region Latium. In der römischen Antike war Anthium übrigens ein beliebter Badeort der vornehmen Römer. Die Asklepios-Rundplastik stammt wohl aus einer Zeit nach 1711, wurde jedoch nach einem Vorbild aus dem späten 4. Jhd. v. Chr. gefertigt. Als Material verwendete man dunklen Marmor (bigio morato). Stellen wie Lockenpartien oder die rechte Hand mit Teil des Stabs und der Schlange und der vordere Teil der Basis etwa mussten ausgebessert werden. Dann gibt es noch die Asklepios-Statue aus Bevagna, das an der Via Flaminia liegt, etwa 140 Kilometer von Rom entfernt in der Provinz Perugia. Und natürlich die Asklepios-Statue vom Forum Romanum in Rom. Die Rundplastik aus griechischem Marmor wurde dort Bereich des Lacus Luturnae, der Juturna-Quelle, gefunden. Die Statue zeigt Asklepios mit einem Jungen bei der Opferung eines Hahnes. Der Kopf des Jungen sowie der Kopf und der rechte Unterarm von Asklepios sind beschädigt. Weitere Statuen sind etwa die Asklepios-Statue aus Frascati, eine römische Kopie aus Marmor nach einem Vorbild aus dem 4. Jhd. v. Chr. Oder die Asklepios-Statue aus der Sammlung Natali, die im 18. Jhd. zusammen gesetzt wurde. Die Statue entstand während des 2. Jhd. v. Chr. Einen Tempel zu Ehren des römischen Gottes Asklapios gibt es im Park der Villa Borghese in Rom. Er ist eine Rekonstruktion der Säulenvorhalle von Cristoforo Unterperger und den beiden Architekten Antonio und Mario Asprucci aus dem Jahre 1786. Die Cella fehlt. Und dann ist da noch der Asklepios-Tempel auf der Tiberinsel in Rom. Hier soll zwischen 293 und 289 v. Chr. der Sage nach Asklepios in Form einer Schlange an Land gegangen sein. Darauf wurde dort dem Heilgott ein Tempel errichtet, der 289 v. Chr. eingeweiht wurde. Heute steht dort die Kirche San Bartolomeo. Bemerkenswert ist allerdings, dass es auf der Insel auch heute noch ein Krankenhaus gibt!

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