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Das römische Reich Pantheon - Götter Römer Lexikon

Römische Architektur | Pantheon für die Götter

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Panorama-Blick im Pantheon (Gnu Free Licenece, by Maros).

Die Kuppel im Pantheon – Tempel für die Götter

Auf dem Bauwerk des Pantheons befindet sich abschließend die gewaltige Kuppel. Sie hat einen Durchmesser von 43,45 Meter. Zu einer kompletten Kugel vervollständigt, würde sie etwa einen halben Meter unter das Bauwerk führen. Der römische Beton (opus caementitium) der Kuppel ist aus leichtem, vulkanischen Tuff- und Bimsstein hergestellt. Zur Gewichtersparnis wird die Kuppel durch fünf konzentrische Ringe aus je 28 Kassetten gegliedert, nach oben hin kleiner werdend.

Ursprünglich war die Kuppel im Inneren bemalt und jede Kassette trug einen bronzenen und eventuell vergoldeten Stern oder eine Rosette. Am Scheitelpunkt der Kuppel befindet sich eine kreisrunde Öffnung mit neun Metern Durchmesser, das Opaion. Dies bietet neben dem Eingangsportal die einzige Lichtquelle des Innenraums des Pantheons.

Um das eindringende Regenwasser abzuleiten, ist der Boden des Kuppelsaals zum Zentrum leicht geneigt und an einigen Stellen mit kleinen Abflüssen ausgestattet. Am Außenbau ist die Mauer unterhalb der Kuppel höher als im Innenraum. Von außen betrachtet sieht die Kuppel auf diese Weise wie eine komplette Halbkugel aus. Die Pantheon-Kuppel ist mit Bronzeplatten gedeckt. Die antiken Originale sind nicht erhalten.

Pantheon zu Ehren der Götter

Der Name Pantheon – ob er in der Antike schon benutzt wurde ist ungewiss – deutet auf die Weihung des römischen Heiligtums an alle oder zumindest mehrere Götter hin. Welche Gottheiten im Pantheon verehrt wurden, bleibt jedoch unklar. Innerhalb des heiligen Gebäudes aufgestellte Götterstatuen werden von Cassius Dio (im Jahr 53 und 27) erwähnt. Namentlich nennt er aber nur Mars und Venus. Möglich ist, dass alle Gestirn- beziehungsweise Wochengötter verehrt wurden. Also auch Sol, Luna, Mercurius, Jupiter und Saturnus.

Denkbar ist auch, dass Agrippa ein Heiligtum für Augustus und dessen Familie, die Iulier, und für deren göttliche Ahnen und Schutzpatrone erbaut hatte. Die von Cassius Dio erwähnte Aufstellung einer Statue des Gaius Iulius Caesar, dem Adoptiv-Vater von Augustus, im Pantheon spricht für diese Annahme. Cassius Dio berichtet weiter, Augustus habe angeordnet, dass seine Statue nicht im Heiligtum, sondern im Pronaos aufgestellt werde. Eine göttliche Verehrung seiner Person zu Lebzeiten hätte kaum zum Bild von Augustus gepasst, das er von sich propagieren ließ.

Ehrwürdiger Bautypus altitalischer Art

Ein runder, offener Hof, der von einer Mauer eingegrenzt wird und über einen Torbau mit rechteckigem Grundriss betretbar ist, ist als Heiligtum aus der römischen Architekturgeschichte schon aus der Zeit vor Augustus bekannt. Es ist ein sehr ehrwürdiger, altitalischer Bautypus. Deshalb wählte Agrippa ihn wohl für sein Monument. Durch den zusätzlichen Bau des Tempels Pronaos und seine enorme Größe verlieh Agrippa dem römischen Bauwerk eine bis dahin noch nicht gekannte Monumentalität, die vergleichbare ältere Anlagen nicht aufwiesen. Altitalische Bauformen mit kostbaren Materialien und monumentalen Ausmaßen zu kombinieren, weisen auch andere Bauwerke aus der Zeit des Augustus auf. Etwa der Ara Pacis oder das Augustus-Mausoleum.

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