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Römische Architektur: Rund um römische Bäder

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Römisches Mosaik (Bad Vilbel). (Gnu Free Licence, Haselburg-Müller).

Mosaikbilder zieren römische Bäder

Die Thermen waren meist sehr prunkvoll gestaltet. Fußböden und Wände waren üblicherweise mit bunten, bilderreichen Mosaiken geschmückt. Decken wurden mit Goldschmuck verziert.

Neben kunstvoll gestalteten Säulen aus Granit und Badewannen aus Basalt und Porphyr, wurden sogar berühmte Kunstwerke in den Thermen entdeckt: Zum Beispiel in der bekannten Trajanstherme die Laokoongruppe.

Körperpflege und Wohlbefinden in römischen Bädern

Beheizt wurden die öffentlichen Badeanstalten mit Holzkohle. Ein Ofen sorgte für wohlige Wärme und die warme Luft wurde sogar durch ein großes Rohr in die Hohlräume der Fußböden gepresst. Die Badeanstalten dienten einerseits der Gesundheitsvorsorge, waren aber andererseits auch ein Ort des Freizeitvergnügens. Zur Körperpflege gehörten etwa Utensilien wie Öl, Reinigungsmittel oder Haarwasser. All dies und Handtücher brachten die römischen Badegäste selbst mit wie auch, wenn man es sich leisten konnte, den eigenen Diener. Die Diener bewachten die Garderobe, massierten ihren Herrn und halfen ihm bei Körperpflege und Haarentfernung. Ausgiebiges Salben, Frisieren und Schminken nach dem Baden gehörten ebenfalls zum römischen Baderitual. Wer keinen eigenen Diener hatte, konnte sich einen Bader oder einen Masseur mieten.

Zeit für die Bäder!

Die Öffnungszeiten der römischen Thermen waren überall gleich. Die Thermen waren meist nur nachmittags geöffnet. Gelegentlich öffneten sie auch nachts oder am Vormittag. In den Anfängen wurden schon mittags die Tore zu den Bädern geöffnet. Seit der Regierung unter Hadrian boten sie erst am frühen Nachmittag, zur achten Stunde, Einlass. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden die öffentlichen Badehäuser geschlossen. Die typische Badezeit der Römer fand zwischen der Mittagspause und der Hauptmahlzeit statt.

Männer und Frauen badeten waren voneinander getrennt. Oft war es ein gemeinsamer Baukomplex, in dem die öffentliche Therme gelegen war, jedoch mit verschiedenen Eingängen für die Geschlechter. Manchmal wurden auch einfach unterschiedliche Badezeiten festgelegt, wenn die Anlage nicht genügend Platz zur Trennung nach Mann und Frau bot. Dann gab es einfach einen Frauenbadetage und einen Männerbadetage.

Ohne Bikinis in römische Bäder!

In Rom waren zudem für Frauen kleinere Badeanstalten (balnae) vorgesehen. Zu Zeit Kaiser Trajans durften die Frauen vermutlich auch in die großen Thermen gehen, doch das gemeinsame Baden wurde als unsittlich angesehen. Vor allem weil es nicht üblich war beim Bad Bekleidung zu tragen – so etwas wie Badehosen oder Bikinis kannten die Römer nicht – hätte das gemeinsame Bad zum Skandal geführt.

Zur Zeit Hadrians wurde schließlich ein gemeinsames Badeverbot aufgestellt. Die verschiedenen Badezeiten setzten sich damit durch. Außerhalb der Bäder aber, in den anderen Räumen und Plätzen der Thermen, wie etwa auf den Sportplätzen, in den Parkanlagen, Museen und so weiter, durften beide Geschlechter gleichzeitig sein.

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