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Römischer Wein | Verschiedene Weinsorten

Römischer-Wein
Römischer Wein heute

Römischer Wein

In der späten Republik und dem 1. Jhd. n. Chr. galt der bernsteinfarbene Falerner bei den Römern als DER Spitzenwein. Wie es so oft geschieht, büßte dieser Wein allerdings seine Stellung ein, da ab einem gewissen Zeitpunkt mehr davon produziert und die Qualität litt.

Den aus dem Norden Campaniens stammenden Wein gab es von süß bis trocken. Schon von Horaz und Martial wurde er geschmacklich gelobt. Als bester Jahrgang der Antike galt der so genannte Opimianer, ein Falerner, der unter dem Konsulat des Lucius Opimius 121 v. Chr. gekeltert wurde. Nicht nur qualitativ sondern zudem in Quantität gab es ihn, sodass es noch rund 200 Jahre später Amphoren davon gab. Nach Plinius jedoch war dieser Wein nicht mehr genießbar und schmeckte wie bitterer Honig.

Römischer Wein in unterschiedlicher Qualität

Schon in der Antike waren die verschiedenen Weine auch unterschiedlich haltbar. Echte Qualitätsweine erlangten teils erst nach Jahren oder gar nach Jahrzehnten Reife. Spitzenreiter war hier der Surrentiner, der ein Minimum von 25 Jahren reifen musste. Falerner und Albaner mussten etwa 15 Jahre liegen. Einen guten Sabiner ließen die Römer etwa sieben Jahre, den Cumaner und einen Nomentaner etwa fünf Jahre reifen. Die für den besseren Massenkonsum produzierten Weine lagerten etwa drei bis vier Jahre – das überliefern jedenfalls zahlreich gefundene Etiketten. Die meisten billigen Landweine waren für den schnellen Verbrauch gekeltert. Schon damals wurde gepanscht, um Haltbarkeit zu erwirken. Überliefert ist auch die juristische Definition von „altem Wein“: Dies waren Weine, die nach über einem Jahr noch genießbar waren. Aber die meisten Weine schafften diese Frist nicht. Gekippten Most nannten die Römer vappa. Dieser wurde billigst verkauft und oftmals dann auch für posca – mit Wasser vermischt – verwendet.

Gewürzwein im Badewasser!

Was heute noch für viele griechische Weine typisch ist, war bei den Römern Gang und Gebe: Bevor römischer Wein in Amphoren oder andere Lagerbehältnisse gefüllt wurde, versetzte man ihn mit Harz, resina, um die Lagerfähigkeit zu verbessern. Klassisch ist das heute noch für den in Griechenland produzierten Retsina, der seinen Namen von vinum resinatum – mit Harz versetzter Wein – trägt. Ein ähnlicher Geschmack wurde auch mit Zypressenzweigen, Fichtennadeln und Myrtenbeeren erzielt.

Sogar von Räuchern ist bei den Römern die Rede, um dem Wein mehr Schwere zu geben! Auch Dessert- beziehungsweise Gewürzweine stellten die Römer bereits nach eigenen und individuellen Rezepten her. An die 50 Rezepturen können hier nachvollzogen werden: Mit Wermut versetzter römischer Wein hieß absinthum, waren Rosenblätter darin, gab es rosatum, mit Veilchenblättern violatum und mit Pfeffer conditum oder piperatum. Auch Anis, Dille, Fenchel, Lorbeer, Minze, Pistazien oder Wacholder wanderten zum Würzen in die Weine der Antike. Gewürzweine wurden von den Römern zudem in der Medizin eingesetzt.

Meerzwiebelwein sollte zum Beispiel gegen chronischen Husten helfen. Und Kaiser Elagabal soll sogar sein Badewasser mit Gewürzwein verfeinert haben!