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Römer Lexikon

Ministri: Reiche Römer hielten für alles Sklaven

Römisches_Gastmahl
Römisches Gastmahl mit exotischer Tänzerin. Urheber E. Hildebrand via wikimedia commons.

Römischer Luxus: Sklaven überall im Haushalt – “Möbelaufseher”!

Ein reicher römischer Haushalt wurde in der Antike gewöhnlich von einem angesehenen Major Domus verwaltet. Dieser atriensis organisierte die wirtschaftlichen Aktivitäten in dem römischen Haushalt.

Unter seiner Regie waren zudem die diaetarii, die Verwalter der einzelnen Wohnungen in Großhaushalten, die cellarii, Kellermeister, der ianitor, Pförtner, der suppellectarius, Möbel- und Geschirraufseher sowie der a veste, auch vestispicus genannt, der für die Garderobe verantwortlich war.

Bei großen Empfängen wurden zusätzlich servi ab hospitiis abgestellt, welche Gäste empfingen und zu ihren Plätzen an der eingedeckten Tafel brachten. Triclinarii kümmerten sich ebenfalls um das Gelingen des Festmahls.

Römische Ministri tischen auf

Schautranchieren war eine beliebte Showeinlage ein üppigen römischen Gastmahlen der Reichen. Auch hierfür waren im Haushalt so genannte, eigene scissor zuständig. Die fürs Servieren zuständigen Sklaven fasste man unter der Bezeichnung ministri zusammen. Für diese römischen Sklaven galten besondere Attribute. Sie mussten stets jung, hübsch und gut gekleidet sein. Es gab sogar einen oarnator glabrorum, der sich um das perfekte Aussehen der ministri kümmerte! Speisereste wurden von anderen Angestellten, den analectae, in die Küche zurück gebracht. Für Getränke zwischen den Gängen sorgten capillati, Serviersklaven mit besonders langen Haaren, welche die Gäste wie ein Handtuch benutzten! Das war römische Dekadenz pur!

Sklaven: Hüter der römischen Tafelgefäße

In einigen römischen Haushalten ging der Sklavenreichtum so weit, dass man sich einen ad argentum, ab argento oder supra argentum hielt. Diese römischen Sklaven kümmerten sich ausschließlich um das Silbergeschirr. Der a crystallinis war zuständige für die gläsernen Gefäße. Da es in wohlhabenden römischen Haushalten auch oftmals sehr wertvolle Kunstsammlungen gab, wurde hierfür ein Sklave namens a statuis engagiert. Nicht etwa der Hausherr, sondern dieser Hüter der römischen Kunstschätze wusste von jedem Werk den Aufbewahrungsort und auch eine entsprechende Anekdote zum Gegenstand zu berichten. Auch für die optimale Aufbewahrung und Pflege des römischen kostbaren Perlenschmucks reicher Römerinnen hatten Sklaven die Verantwortung. Die ad margaritas kümmerten sich an dieser Stelle.

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Personal der reichen Römer

Für die persönlichen Dienste der römischen Reichen waren die angesehenen cubicularii, Kammerdiener, zuständig. Tonsores und ornatrices waren um Frisuren und Bärte besorgt. Personal gab es im wohlhabenden römischen Haushalt zudem für die Auswahl der Kleidung und das Anziehen und natürlich für das Schuhwerk! Auch der Besuch der Thermen bot perfekte Gelegenheit mit seinem Sklavenreichtum aufzufahren. Im Gefolge hatten reiche Römer hier etwa unctores, auch aliptae genannt, die Einsalber und capsarii (Garderobenwächter). Ob es persönliche alipili (Achselhaarauszupfer) gab, ist nicht belegt. Aber diese gehörten ja ohnehin in den meisten römischen Thermen zum Wellness-Angebot.