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Gladiatoren | Weibliche Gladiatoren

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Im römischen Kolloseum waren die Spiele zu sehen.

Römische Amazonen

Im Britischen Museum in London zeugt ein Relief, das auf das 2. Jhd. datiert, von zwei weiblichen Gladiatoren, die vom begeisterten Publikum aus einem unentschiedenen Kampf ehrenhaft aus der Arena entlassen werden (Fund aus Halikarnassos, Bodrum, Türkei). Sogar die Namen, unter denen diese zwei Gladiatorinnen (gladiatrix) auftraten, sind bekannt: Sie hießen Amazona und Achilla. Dennoch waren weibliche Gladiatoren die Ausnahme in den Gladiatorenkämpfen. Zwar hatte schon Nero Frauen (und Kinder) gegeneinander und gegen Kleinwüchsige kämpfen lassen, dies diente jedoch eher zur Erheiterung des Publikums.

Die weiblichen Gladiatoren widersprachen zu sehr der Grundidee der Gladiatoren: römische Militärtugenden, Mut, Standhaftigkeit und Siegeswille zu demonstrieren. Auch deshalb gab es nicht viele Anhänger für Frauenkämpfe. Kaiser Septimius Severus ließ in 200 weibliche Gladiatoren verbieten.

Römische Gladiatrices

Die Existenz weiblicher Gladiatoren ist jedoch in zahlreichen Schriften römischer Gelehrter und Historiker belegt: Dio Cassius, Tacitus (Annales 15.32.3), Petronius (Satyricon XLV), Kaiser Nero(r.54-68 n. Chr.) und Martial (Liber De spectaculis 6 und 6b), Sueton (Vita Domitiani 4.1) und Statius (Silvae 1.6.51-56), oder während der Regierungszeit des Kaisers Domitian(81 – 96 n. Chr.). Die weiblichen Gladiatoren des alten Roms, die in den blutigen Arenen, auch im Kolosseum kämpften, wurden nach dem Stamm der wilden Kriegerinnen, die wir heute kennen, Amazonen genannt oder auch gladiatrices.

Die Römer suchten ständig nach Neuheiten im Gladiatorenkampf. Da boten weibliche Gladiatoren eine ungewöhnliche Abwechslung zu den männlichen Gladiatoren. Sogar wohlhabende Römerinnen kämpften in der Arena als weibliche Gladiatoren.

Weibliche Kämpfer ohne Helm!

In dem zuvor genannten Relief sind die gladiatrices ähnlich gekleidet wie ihre männlichen Kollegen. Einige Unterschiede gab es jedoch. Die weiblichen Gladiatoren trugen keine Helme. Zudem trugen sie keine Tunika, nur einen Lendenschurz (subligaculum) und eine manica, einen Armschutz. Beide halten ein gladius (Schwert) und beide tragen eine Ocrea oder Metall Beinschiene, am Unterschenkel. Sie halten einen Körper Schild (scutum). Dass sie keine Helme trugen, ist wichtig. Denn Gladiatoren kämpften selten ohne Helm. Hatte es gar etwas mit den Frisuren zu tun? Die beiden Frauen waren aber sehr wohl schwer gepanzert. Männliche Gladiatoren, die ähnlich bewaffnet und bekleidet waren, zählten zu den Secutores.

Es gab auch wohlhabende römische Frauen (Patrizier), die als weibliche Gladiatoren kämpften. Diese Frauen kämpften nicht um Geld oder Freiheit. Sie wollten vielmehr Aufmerksamkeit, Aufregung, Nervenkitzel und Berühmtheit. Die Erlaubnis von ihrem „Vormund“ brauchten sie. Wenn sie diese nicht vorweisen konnten, galten sie als „infamia“, wurden gehandelt wie Gladiatoren, Schauspieler und Prostituierte.

Das Ende der römischen Gladiatorenkämpfe

Cicero beschreibt den Status der römischen Frauen wie folgt: „Unsere Vorfahren, in ihrer Weisheit, waren der Auffassung, dass alle Frauen, wegen ihrer angeborenen Schwäche, unter der Kontrolle der Erziehungsberechtigten sein sollten.“ Erst während der Herrschaft von Kaiser Augustus, fiel die Vormundschaft für Frauen deren Ehemann und Vater gestorben war und die schon drei Kinder hatten. Also wurden vielleicht sogar die reichen Frauen, die als weibliche Gladiatoren kämpften, ermutigt oder ihnen gar befohlen dies zu tun, von ehrgeizigen Männern, welche die Aufmerksamkeit der mächtigen Römer auf ihre Familie ziehen wollten.

Zum Ende der römischen Republik und dem Beginn des Römischen Reiches wurde den Römern der Anblick von wohlhabenden, kämpfenden Frauen in der Arena unerträglich. Das Publikum und auch staatliche Erlasse schränkten diese Auftritte ein und verboten weibliche Gladiatoren in der Arena sogar. Im Jahr 11., während der Regierungszeit von Augustus, wurden frei geborene Frauen unter zwanzig Jahren und Männer unter fünfundzwanzig in der Arena verboten.

Im Jahr 19 wurden die Gladiatorenkämpfe für Töchter, Enkelinnen und Urenkelinnen der Senatoren oder Ritter im Alter von zwanzig Jahren untersagt. Im Jahr 200 verbot Kaiser Septimus Severus per Dekret den weiblichen Zweikampf in der Arena. Es dauerte jedoch einige Jahre, bis dieses Edikt im ganzen römischen Reich durchgesetzt wurde. Kaiser Honorius verordnete schließlich das Ende der Gladiatorenkämpfe in 399. Der letzte bekannte Gladiator Wettkampf ereignete sich in Rom am 1. Januar 404.

Eine Antwort auf „Gladiatoren | Weibliche Gladiatoren“

Voll super bloß wäre es cool wenn ihr es kürzer fassen konnte.
Sonst Daumen hoch:-)

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