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Kolosseum - Gladiatoren Römer Lexikon

Gladiatoren | Freie Bürger

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Gladiatoren Freie Bürger ?

Geschichtlicher Exkurs: Der Weg zu den „Freien Gladiatoren“

Die „Spiele“ wurden im Römischen Reich immer wichtiger. Die Geschichte der Gladiatorenkämpfe hatte mit Sklaven, Verbrechern und Kriegsgefangenen begonnen, die in die Rolle von Gladiatoren gezwungen wurden. Nach der Zeit des Römischen Reiches veränderte sich dies. Bereits seit dem 1. Jhd. verpflichteten sich auch freie Männer als Gladiatoren. Einige waren Ex-Soldaten, einige wollten die Bewunderung und die Herrlichkeit und einige benötigte Geld, um ihre Schulden zu bezahlen.

Gladiatoren durften keine Prämien oder Geschenke, die sie während der Gladiatorenkämpfe erhielten, behalten. Diese freien Gladiatoren hießen Auctorati. Und obwohl Gladiatoren gesellschaftlich noch niedriger als Sklaven standen, war das Interesse, Gladiator zu werden, zeitweilig so hoch, dass der Senat dies durch ein Gesetz einschränken wollte. So sollen gegen Ende der Republik fast die Hälfte der Gladiatoren ehemals freie Bürger gewesen sein, die mit dem Eintritt in den Berufsstand der Gladiatoren ihre Freiheit aufgaben.

Dieses Ziel wird vor dem Hintergrund der damaligen allgemein kurzen Lebensdauer der Menschen besser verständlich. Ein Gladiator hatte nur ein- bis dreimal pro Jahr zu kämpfen und wurde in der restlichen Zeit gut versorgt. Auch weibliche Gladiatoren gab es schließlich (einige edle und wohlhabende) erschienen in der Arena. Kostenlose Gladiatoren spielte eine überraschende Rolle in Gladiator Geschichte.

Beispielhaft war etwa die medizinische Versorgung, die Gladiatoren erhielten. Einer der berühmtesten Ärzte der Antike, Galen, sammelte seine Erfahrungen während der Zeit, in der er in der Gladiatorenschule von Pergamon Kämpfer betreute. Der Historiker Fik Meijer zieht sogar für diejenigen, die sich freiwillig zum Gladiatorendienst meldeten, Parallelen zu den Adligen, die sich während des 19. und 20. Jahrhunderts freiwillig zur Französischen Fremdenlegion meldeten:

„Am besten lässt sich ihre Situation vielleicht mit der mancher heruntergekommener Aristokraten im 19. und 20. Jahrhundert vergleichen, die sich zum Dienst in der französischen Fremdenlegion verpflichteten. Wie die Legionäre der Neuzeit wollten diese römischen Aristokraten einen Schlussstrich unter ihr bisheriges Leben ziehen und entschieden sich für eine Existenz, in der ihr früherer Status keine Bedeutung mehr hatte. Fortan teilten sie ihr Leben mit Proletariern und Sklaven, die sie zuvor vielleicht keines Blickes gewürdigt hätten.“

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