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Römer Lexikon

Kleidung | Trugen Römer eine Kopfbedeckung?

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Gladiatoren trugen einen Helm. Sonst trugen die Römer aber eher keine Kopfbedeckung.

Die Kleidung der Römer: Trugen sie Kopfbedeckung?

Männer trugen in der Regel in der Öffentlichkeit keine Kopfbedeckung. Bei schlechtem Wetter behalfen sie sich damit, ihre Toga über den Kopf zu ziehen, wie man es übrigens beim Opfern auch tat.

Gegen Regen und Straßenstaub bei Reisen half der cucullus, eine Kapuze zum Schutz. Auch Landarbeiter trugen ihn bei schlechtem Wetter. In Straßenbild der Städte sah man den pilleus, eine Filzkappe, eher selten. Manch einfach Leute trugen ihn jedoch regelmäßig. Die Saturnalien waren da eine Ausnahme, denn sie waren ein Fest, das an die soziale Gleichheit erinnerte. Dann liefen zahlreiche Römer mit pillei durch die Straßen. Während der heißen Jahreszeit trugen Reisende oder Theater-Besucher auch Hüte mit breiter Krempe als Sonnenschutz. Römische Soldaten wurden in der bildenden Kunst entweder mit Helm oder barhäutig dargestellt. Erst seit dem ausgehenden 3. Jahrhundert wird neben den oben genannten Kopfbedeckungen zudem eine flache, zylindrische Fellmütze belegt, die von da an jedoch zum typischen Erscheinungsbild gehörte. Auch Wolle oder Filz kommen als Materialien in Frage. Diese Kopfbedeckung, die auch Einzug in die Amtstracht des Kaisers fand, ist vermutlich illyrisch-pannonischen Ursprungs (Donauraum).

Kopfbedeckung: Römische Frauen trugen rica

Bei den Frauen hingegen galt die Kopfbedeckung einst als Demonstration von Züchtigkeit und Anstand. Verheiratete Frauen sollten traditionell durch eine Kopfbedeckung als solche zu erkennen sein. Das konnte ein Zipfel der palla (Umhang) sein oder eine Art Kapuze: caracalla, wie sie in der späteren Kaiserzeit in Mode kam. Römerinnen trugen aber auch Kopftücher, so genannte rica. Es soll sogar vorgekommen sein, dass ein Römer seine Frau verstieß, weil sie ohne Kopfbedeckung auf die Straße gegangen war. Sich in der Öffentlichkeit ohne Kopfbedeckung zu zeigen, galt sehr lange Zeit als äußerst schamlos.

Gladiatoren Verus und Priscus

In der Kaiserzeit jedoch lockerten sich die Sitten deutlich. Viele sahen es dann als ausreichend an, wenn die vitta, die Wollbinde, die auf dem Kopf die Haare zusammen hielt, getragen wurde. Sie war einst das Vorrecht und Ehrenzeichen der Matronen gewesen. Kunstvolle, mit Goldfäden durchzogene Haarnetze wurden schließlich auch als Kopfbedeckung akzeptiert, auch wenn sie mit Sicherheit nicht der ursprünglichen Funktion einer Kopfbedeckung entsprachen, nämlich Züchtigkeit zu demonstrieren. Vielmehr zierten sie die durchaus kunstvollen Frisuren.

Thraex-Helm