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Römer Lexikon

Die Meere: Der Atlantik in der Antike

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Atlantik auf dem Äquator, 31° 45′ westlicher Länge, by Mehlauge via wikimedia commons (Gnu free).

Geschichte des Atlantik

Die Entdeckungsgeschichte des Atlantiks in der antiken Welt begann mit der Reise von Kolaios von Samos, der um 660 v. Chr. erstmals bezeugt über die Meerenge von Gibraltar hinaus segelte.

Auch die Entdeckungsfahrt des Himilkon um 500 v. Chr. legen Zeugnis ab über die Gebiete entlang der europäisch-atlantischen Küsten. Und auch Pytheas von Massalia tat sich bereits 330 und 310 v. Chr. in diesen Gegenden um. Nachdem die Karthager ihre Herrschaft über die südiberische Halbinsel gefestigt hatten, begannen sie mit Entdeckungsfahrten und Besiedelungsaktionen im Ostatlantik. So dürfte bereits etwa Madeira unter karthagischer Herrschaft gestanden haben. Auch die Azoren wurden schon Ende des 3. Jhd. oder Anfang des 2. Jhd. v. Chr. besucht. Sogar die kleinen Kanaren-Inseln waren unter karthagischer Wirkung, da die Küstengebiete des heutigen Marokkos schon in der Antike friedlich kolonialisiert wurden.

Auf der Suche auf antiken Meeren

schriftrolle
Landkarten wurden in der Antike auf Schriftrollen verzeichnet.

Auf Initiative des karthagischen Staates erfolgte auch die große Seereise des Hanno, wohl im letzten Drittel des 6. Jhd. v. Chr. Sein äußerster Wendepunkt war ein Berg namens Theon Ochema.

Vermutlich ist es der Kamerunberg handelt an der Bucht von Biafra – von Hanno “Horn des Südens” genannt. Die Bucht von Benin dürfte dann gegebenenfalls das “Horn des Westens” sein. Grund dieser Reise war vermutlich die Suche nach neuen Metallvorkommen wie Guineagold, mauretanisches Kupfer oder nigerianisches Zinn.

Der antike Abenteurer Sertorius und die Iberische Halbinsel

Als Rom seinen Erzfeind Karthago besiegt hatte, gingen die meisten geografischen Informationen über den Südosten verloren. Dafür war nun Britannien mit seiner Eingliederung ins Reich näher am Kontinent. Die Kanaren waren den Römern jedoch nicht bekannt. Erwähnenswert ist hier der Abenteuer Sertorius. Er musste um 81 v. Chr. das römische Spanien verlassen und schiffte sich mit rund 3000 Gefolgsleuten in das Gebiet von Gades ein. Kikilische Piraten erzählten ihm von einem sagenumwitterten Land, zehn Schiffsreisetage entfernt. Die „Insel der Seligen“, wie sie sie nannten habe ein konstantes Klima und durchaus fruchtbare Böden! Sertorius hörte sich diese Empfehlung zwar an, beschloss aber schließlich über Mauretanien nach Lusitanien zu gelangen und verdiente sich damit später sehr um die Romanisierung der Iberischen Halbinsel.

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