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Häuser - Villa Römer Lexikon

Römisches Leben in der villa urbana

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Repräsentationsraum einer römischen villa urbana.
Via wikimedia commons by Matthias Kabel.

Römische villa urbana

Die Villa urbana folgte in ihrer Gestaltung dem persönlichen Geschmack und dem Reichtum und gesellschaftlichen Selbstverständnis des jeweiligen Besitzers.

Bauliche Vorgaben gab es durch die Lage auf dem Land nicht. Deshalb gibt es für die villa urbana als Gesamtanlage kaum feste Bautypen – nicht wie beim städtischen Wohnhausbau der Römer in der Antike. Dennoch gab es architektonische Elemente, die in jeder römischen Villa urbana vorkamen.

Villa Urbana: In die Landschaft gebettet

Ästhetische und klimatische Gesichtspunkte spielten bei der Wahl des Bauplatzes für eine römische villa urbana eine Rolle. Villen für den Sommeraufenthalt wurden beispielsweise gern an kühlen Bächen oder gar am Meer erbaut. Villen für die kühle Jahreszeit waren hingegen gerne bei beispielweise den warmen Quellen von Baiae situiert. Hier entstand sogar eine recht dichte Villenbebauung. Auch Höhenlagen waren unter den Römern, die sich villa urbana erbauten sehr beliebt, denn die Plätze am Hang boten einen schönen Ausblick in die Landschaft.

In diesen villa urbana wurde auch die Innengestaltung des Landhauses auf diese Landschaftsausblicke angelegt. Sichtachsen durch die verschiedenen Räume mündeten in einem Aussichtsraum oder auf einer Terrasse, die den Blick auf einen besonders schönen Landschaftsausschnitt freigaben – ähnlich einem kunstvollen Landschaftsbild an der Wand – nur jeden Tag in einer neuen Fassung! Die Villenbeschreibungen von Cicero oder Plinius dem Jüngeren geben hier anschauliche Beispiele.

Der Bau einer villa urbana

In einer Hanglage musste zunächst ein Untergrund für das Gebäude geschaffen werden. Durch steinerne Substruktionen gestützte Terrassen wurden angelegt, die Cicero als basis villae beschreibt. Im Unterschied zur griechischen Architektur, bei der Häuser in Hanglage durch mehrere kleine Terrassen in das Gelände angelegt wurden, standen römische Villa, oft mit hohem technischen Aufwand, auf der basis villae, die eine großflächige Plattform für das Villengebäude bot.

Dieser Unterbau musste bei sehr steilen Hanglagen mehrere Stockwerke hoch sein und enthielt Kellergewölbe, Nebenräume oder Zisternen. Das Gebäude wurde auf der so geschaffenen künstlichen Plattform um einiges zurück gesetzt angelegt, damit der Rand der Plattform als Aussichtsterrasse oder zur Anlage von Gärten zur Verfügung stand.

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