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Pantheon - Götter Römer Lexikon

Der Weingott Bacchus hat es schwer

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Gemälde von Caravaggio (1573-1610)
“Bacchus”, Öl auf Leinwand (wikicommons).

Der römische Weingott Bacchus: Früher verpönt, hatte er`s schwer

In Rom hatte es der römische Gott des Weins und der Fruchtbarkeit Bacchus zunächst nicht leicht. Sein Wesen entsprach nicht der altrömischen Frömmigkeit, der pietas.

Überliefert wurde der Dionysos-Pate von den Etruskern, die ihn unter seinem Beinamen Bakchos in ihre Götterwelt aufnahmen. In den alten Kulten waren die Bereiche der Götter und der Menschen strikt getrennt.

Den Göttern wurde Respekt und Ehren erwiesen, Nachahmung aber fand nicht statt. Doch dies war eine der charakteristischen Eigenschaften des Bacchus-Kultes und deshalb war der römische Gott in früher Zeit verpönt.

Denn so wie Aphrodite von den Hierodulen begleitet wurde, waren die Bakchen die Begleiter des Dionyson Bakchos. Der Beiname Bakchos wurde in Rom zum Hauptnamen des römischen Weingottes. Auch die Bezeichnung Liber Pater wurde Bacchus verliehen. Schon der Komödien-Dichter Plautus nannte den Gott vinipollens lepidus Liber  – Weinmächtiger lieblicher Liber).

Feiern zu Ehren des römischen Gottes Bacchus

Das Bacchanalien-Verbot von 186 v. Chr. war im mittleren 1. Jhd. v. Chr. schon „totes Recht“. Der Sage nach war es Iulius Caesar, der den Kult um die Bacchinalien zur Huldigung des Gottes des Weins und der Fruchtbarkeit in Rom wieder einführte. Von nun an feierte man den Gott zur Weinlesezeit auch mit bachhantischen Mysterien. Auch Dionysos-Darstellungen finden sich im Römischen Reich, sowohl als Wandmalerei als auch in Dekorationen für Gefäße oder Statuen. Das letzte große Epos der Antike, die Dionysiaka des Nonnos aus dem 5. Jhd. n. Chr. ist dem großen antiken Gott des Weins gewidmet. Und auch im Mittelalter überlebten die beiden Götter aus der Antike, Dionysos und Bacchus. Mit den Attributen Weinlaub und Efeu wurden sie gerne als Symbol für den Herbst genutzt.

Römischer Prost: „Per Bacco!“

Wenn wir heute an Bacchus denken, sehen wir einen lustigen, geselligen Bacchus vor Augen. Denn die Renaissance führte ein ganz anderes Bild des Weingottes ein. Ein etwas trunkener, gut gelaunter Bacchus galt fortan als Sinnbild für Lebensfreude und Genuss. Und lustiger Weise hört man noch heute in Italien bei Feiern und geselligen Ereignissen, bei denen ein guter Tropfen im Spiel ist, als Prost: „Per Bacco!“ – „beim Bacchus!“

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