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Römer Lexikon

Das Würfelglück im Venuswurf!

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Das absolute Würfelglück war der „Venuswurf“

Der absolute Glückswurf beim römischen Würfelspiel waren drei Sechsen. Diesen nannten die römischen Glücksspieler „Venuswurf“. Das Gegenteilige davon waren drei Einsen, die als „Hundswurf“ galten.

Gewöhnlich spielten die römischen Glücksspieler und Würfel-Narren um Geldeinsätze. Manchmal kamen jedoch auch konkrete Sachwerte zum Einsatz beim römischen Glücksspiel. Kleidungsstücke etwa oder Schmuck. Ein Bericht, wonach Kaiser Nero, der übrigens sehr gerne dem Glücksspiel frönte, bei einem Würfelspiel für jeden gewürfelten Punkt 400.000 Sesterzen eingesetzt haben soll, ist mit großer Wahrscheinlichkeit pure Übertreibung. Ein Fund aus Pompeji hingegen beziffert in einer Gravierung den Gewinn eines römischen Glücksspielers mit 855 Denaren. Auch das war wohl eher ein oberer Betrag. Für den kleinen Mann und auch die Sklaven, die sich ebenfalls über das Glücksspiel gerne einen kleinen Zuverdienst hinzu verdienten, waren wohl eher Kupfermünzen und As-Beträge die Gewinne aus dem Spiel mit dem Glück. Eine der berühmtesten Erwähnungen des Würfelspiels ist jedoch jene am Kreuz Christi, wo die Soldaten nicht etwa um Geld sondern um das Gewand des Verurteilten würfelten.

Alles für den Venuswurf: Germanen und die Würfel-Sucht

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Überliefert ist auch, dass zwar die Römer und Griechen das Würfelspiel sehr ernst nahmen, weitaus süchtiger in dieser Richtung waren jedoch die Germanen! Unter den Mittelmeer-anwohnern galt das kulturelle Glücksspiel vor allem als ein – „wenn`s gut läuft“ – spannender Zeitvertreib. Aus den Schilderungen von Tacitus ist jedoch bekannt, dass die Germanen in ihrer Spielsucht sogar ihre Freiheit als Einsatz beim Glücksspiel aufs Spiel setzten. Der Verlierer ging dann „freiwillig“ über in den Sklavendienst des Gewinners. Ein geschickter, sehr kurz angesetzter Wurf, war die übliche Art und Weise das Rollen der Würfel zu beeinflussen. Wirklich betrügerische Glücksspieler manipulierten jedoch die Würfel selbst – sodass sie sogar im Würfelbecher der Manipulation Stand hielten.

Zu viele Löcher im Würfel!

Am einfachsten war dies mit den Würfeln aus Knochenmaterial zu erreichen. Die Trickser nutzten entweder die natürliche Markhöhlung oder schabten selbst Löcher in den Würfel. Dort versteckten die unwürdigen Glücksspieler ein Gewicht, um die Seite mit der Augenzahl sechs zu beschweren. Als sicherste Würfel vor der Manipulation von Betrügern galten daher Würfel aus Bergkristall. Denn diese besaßen eine natürliche Transparenz, die es nicht zuließ, darin etwas zu verstecken.

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