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Römer Lexikon

Fisch: antike Kochtopf-Schätze aus dem Meer

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Kochtopf aus gebranntem Ton (17. Jahrhundert v. Chr.) Prähistorisches Museum Thira, Santorin Griechenland. By Olaf Tausch via wikicommons.

Das Land am Meer birgt Kochtopfschätze

Auch Hecht war den Römern als Fisch für die Pfanne oder den Kochtopf schon bekannt. Lucius (Hecht) erscheint literarisch erstmals bei den Römern, denn die Griechen kannten diesen Raubfisch nicht.

Der als carpa oder cyprinus bezeichnete Karpfen wurde hingegen literarisch kaum erwähnt, obwohl er zu den begehrtesten Speisefischen zählte und schon früh züchteten die Römer auch Karpfen. Auch die murena (Muräne), die noch heute in der italienischen Küche eine große Rolle spielt, war bereits in der Antike eine der beliebtesten Speisefische – dem Aal vergleichbar. Hochwertige Muränen wurden an den Küsten von Tartessos und Messina, sowie im karpathischen Meer gefangen. Apicius beschreibt ihn ebenfalls als Delikatesse.

Fisch als Ware bei den Römern

Römische Pinzette
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Der wirtschaftlich bedeutendste Fisch des Mittelmeers und auch des Schwarzen Meeres war thynnus oder thynnis (Thunfisch). Junge Thunfische hießen pelamys/pelamus. In vorrömischer Zeit wurden sogar Riesenexemplare mit 15 Talenten Gewicht (gut 400 Kilogramm) gefangen!

Von Gades im Westen bis zu den Schwarzmeerhäfen des Bosporanischen Reiches gab es an Küsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meeres etliche römische Fangzentren. Industrielle Einsalzungsbetriebe waren ihnen angeschlossen. Thunfisch tauchte nicht nur auf Stadtwappen, sondern auch auf Münzen auf. Die Saison für den Fischfang war von Ende Mai bis Mitte Oktober. Man richtete eigene Thunfisch-Warten ein, um die Schwärme rechtzeitig zu entdecken.

Die Fangmethoden mit Schleppnetzen waren damals dieselben wie heute. Da sich der Thunfisch leicht einsalzen ließ, war er in der Antike DER Fisch auf der Speisekarte. Er wurde gebraten und gekocht und diente als Truppennahrung. Apicius überliefert für den Thunfisch zwei Saucenrezepte. Da Thunfisch ein recht beachtliches Ausmaß annehmen kann, wurden die verschiedenen Teile des Fleisches eigens bezeichnet und zu unterschiedlichen Preisen verkauft – ähnlich wie bei Rind heute. Auch die Nebenprodukte des Fisches, wie das Blut, Fett oder auch ein Teil des Fleisches, wurden verwendet für Kosmetik (Reinigungs- und Enthaarungsmittel) oder in der Medizin (zur Behandlung von Geschwüren, Blasen, Bissen oder bei Zahnschmerz).

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