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Römisches Essen | Apicius luxuriöse Gastmähler

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Apicius | Römische Küche

Apicius – Luxus pur in der Republik

Die Entwicklung hin zu den opulenten Gastmählern, die vor Luxus nur so strotzten und Unsummen an Geld verschlangen, hatte vor allem Lucullus mit seinen Gastmählern am Ende der Republik angestoßen. Seine kulinarischen Luxusvorgaben wurden von da an zum Maßstab.

Drei Merkmale waren für seine Abendgesellschaften und Bankette, die gerne auch über mehrere Stunden gingen, charakteristisch: Die ausgefallene Spitzenküche, ein verschwenderisches Ambiente und ein darauf abgestimmtes Rahmenprogramm. Damit die Küche bei seinen Prunkmählern nicht von der Saison abhängig war, ließ Lucullus sogar Tiergehege und Fischteiche anlegen. Er ließ Volieren für Speisedrosseln bauen und eine Art Wintergarten zur Zucht von Gemüse. Andere reiche Römer taten es ihm nach und schufen so einen Bedarf, der wiederum so manchen Händler der „exotischen“ und teuren Waren Reichtum und Vermögen verschuf: Ein gewisser M. Aufidius Lurco profitierte davon im 1. Jhd. v.Chr. mit seiner Pfauenzucht – und lustiger Weise steht „Lurco“ für „Schlemmer“!

Eisgekühlter Luxus

Um Eis für Getränke zu bekommen, wurde im Sommer gar Schnee von den Bergen nach Rom geschafft! Denn unter den Getränken galt in der Zeit der Römer Eiswasser als absoluter Luxus! Der Schnee wurde in speziellen Kellern zu Eis verdichtet und ließ so eine Art Eiswürfeln entstehen, welche die Römer in ihren Wein taten. Trotz der massiven Schmelzverluste war dies für die Schneehändler immer noch ein Geschäft, denn das Eis war – speziell im Sommer – entsprechend teuer und nur wirklich Reiche konnten es sich leisten, ihre Getränke auf diese Weise zu kühlen.

Apicius und Co – Nachfolger des Lucullus

Der für sein überliefertes Kochbuch bekannte Gavius Apicius wurde zur Zeit des Kaisers Tiberius Nachfolger von Lucullus in Angelegenheiten des römischen Tafelluxus. Apicius soll etwa Schweine mit getrockneten Feigen haben mästen lassen und ihnen kurz vor der Schlachtung Mulsum (Honigwein) eingeflößt haben, um die „Feigenleber“ noch bekömmlicher zu genießen. Er führte so exotische Gerichte wie Flamingozungen, Hahnenkämme und Kamelfersen in die römische Luxusküche ein. Und natürlich ging es bei diesen römischen Speisen schon lange nicht mehr nur um außergewöhnlichen Geschmack, sondern um die pure Extravaganz der Gerichte!

Auch ein römischer Feinschmecker: Kaiser Vitellius. Er erfand eine Speise, die aus Pfauenhirn, Flamingozunge, Papageienfisch und Muränenmilch bestand. Zudem soll er, im Gegensatz zu Lucullus und Apicius, ein echter Vielfraß gewesen sein. Drei oder vier volle Mahlzeiten pro Tag waren für den Kurzzeitkaiser nicht selten. Einmal ließ sein Bruder zu seinen Ehren 2000 Fische und 7000 Vögel bei einem Bankett auftischen. Der letzte literarisch bezeugte Nachfolger des Lucullus war Kaiser Elagabal. Auch er begab sich auf die Suche nach den Rezepten seiner lukullischen Vorläufer und wandelte sie ab, zum Beispiel Nachtigallzungen, oder verfeinerte sie.

Er selbst hatte eine seltsame Eigenart der Ernährung: Elagabal ernährte sich jeden Tag mit einem anderen Nahrungsmittel aus oberster kulinarischer Kategorie. Er genoss etwa einen Fasanenfleischtag, einen Hühnerfleischtag, Schweinefleischtag, Fischtag, Gemüsetag, Obsttag oder Süßspeisentag. Als untere Grenze für eine Hauptmahlzeit legte der Feinschmecker 100.000 Sesterz fest. Aber auch mit seinen Angestellten und Tieren war Elagabal großzügig: Selbst seine Hunde sollen mit Gänseleber gefüttert worden sein und seine Pferde mit aus Syrien importierten Edeltauben! In seinem eigenen Zoo soll er seine Löwen mit Papageien und Fasanen verwöhnt haben!

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