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Gemüse im Speiseplan: Knoblauch urrömisch!

Knoblauch
Allium sativum – Knoblauchzwiebel: H. Zell (Gnu free).

Gemüse auf römischem Speiseplan: Holus

Neben dem Getreide waren bei den Römern Gemüsepflanzen die wichtigsten pflanzlichen Nahrungsmittel.

Geschätzt wurden vor allem Hülsenfrüchte, dielegumina genannt. Sie waren wegen ihres hohen Eiweißgehalts ein guter Ersatz für Fleisch, das nicht immer zu haben war und zudem teurer war. Vorteilhaft außerdem: man konnte sie gut trocknen und lagern. Die wichtigsten Hülsenfrüchte waren fabae (Feldbohnen), pisa (Erbsen) und lentes (Linsen). Sie hatten im Mittelmeerraum schon lange Ackertradition, die weit in die Vorgeschichte reicht. Durch die Römer wurden in Europa cicer (Kichererbsen) und phaseolus (grüne Bohne) verbreitet, die ursprünglich aus Afrika stammten. Aus Bohnen machten die Römer meist einen Brei oder mischte sie in einen Getreidebrei ein. Außerdem nutzten die Römer sie gerne für Salate, verschiedene Gemüsespeisen oder Eintopf. Concicle hieß ein Eintopf aus Bohnen und anderen Hülsenfrüchten. Gleiches galt für die Erbsen und Linsen dürften wohl nur in getrocknetem Zustand verwendet worden sein. Die schnelle Verbreitung verdanken die Hülsenfrüchte der Möglichkeit sie im Fruchtwechsel zum Getreide anzubauen.

Gemüse: Urrömisch war es, nach Knoblauch zu riechen

Mortarium_Reibeschale
Antikes Mortarium (Reibeschale) aus dem Römershop.

Nach den Hülsenfrüchten waren für die Ernährung der Römer auch Zwiebel, Lauch und Knoblauch sehr wichtig. Sie gehören einer Gattung an, die bereits von den alten Ägyptern kultiviert wurde und sind somit die ältesten Kulturpflanzen überhaupt.

Al(l)ium (auch aelum; das Knoblauch) galt bereits damals als gesund. Nach Knoblauch zu riechen galt als urrömisch. Erst in spätrepublikanischer Zeit galt der „Gestank“ in vornehmen Kreisen als unpopulär. Später war der Verzehr typisch für die Landbevölkerung und das Militär. Beliebt war nicht nur sein Geschmack sondern auch seine Heilkraft. In religiösem Sinn sagte man dem Knoblauch auch unheilabwehrende Wirkung nach. Außerdem maßen die Römer dem Knoblauch eine gemütserhitzende Wirkung zu, sodass sogar Kampfhähne vor ihrem Einsatz damit eingerieben wurden!

Würziger Sellerie, Kohl und Karotten in römischen Töpfen

Apium, Sellerie, war als Würzpflanze im gesamten Reich weit verbreitet. Die Römer nutzten für ihre Gerichte Blätter, Stängel, Knollen und auch dessen Samen als Gewürz. Brassica, Kohl, war im Römischen Reich weit verbreitet. Bereits Cato der Ältere erwähnt mehrere Sorten und betonte nicht nur deren Gesundheit, sondern bezeichnete den Kohl als allem anderen Gemüse überlegen. Auch die carota (Karotte) kannten die Römer schon. Doch die antike Karotte unterschied sich von den modernen Formen, die erst in den letzten 150 Jahren gezogen wurden. Die damaligen Sorten hatten viel weniger Carotin, waren kleiner und auch nicht gelb oder orange, sondern weiß.

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