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Römer Lexikon

Neptunalia: Fest zu Ehren des Meeresgottes

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Donndorf – Schlosspark Fantaisie – Neptunbrunnen.
By Bayreuth2009 via wikimedia (Gnu free).

Neptunalia zu Ehren des römischen Meeresgottes

Da im Juli in der Regel der Tiefststand des Tibers war, feierten die Römer das Fest der Neptunalia am 23. Juli. Denn es galt, die sommerliche Dürre zu bekämpfen.

Der Feiertag ist schon im frühen numanischen Kalender nachgewiesen und somit Zeuge für die frühe Bekanntheit des Gottes in Rom. Die dunklen Eigenschaften des griechischen Pendant Poseidons beiseite, war die Neptunalia zu Ehren des römischen Meeresgottes ein sommerliches und heiteres Fest. Da dem Gott Poseidon auch Pferde heilig waren, wurde auch Neptun in Rom als Beschützer der Rennbahnen verehrt. Auf dem Areal des Circus Flaminius war Neptunus ein Altar geweiht. Ironischer Weise war es der Ort, der später häufig vom Tiber überschwemmt wurde! Während jedoch in Griechenland an allen Fluten Poseidon Schuld trug, galt das unter den Römern nicht für Neptun. Trat der Tiber über die Ufer, war dies laut Horaz das Werk Iuppiters, denn das Wasser schwoll durch den Regen aus den Bergen an! Anmerkung an dieser Stelle: Sowohl in griechischer wie römischer Vorstellung war der Meeresgott Okeanos ein Fluss!

Das Fest der Neptunalia

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Götter im Römershop!

Die Römer feierten die Neptunalia am Campus Martius (Marsfeld), indem sie dort Laubhütten aufbauten. Dann begann das Fest am frühen Nachmittag mit fröhlichen Trinkrunden. Geopfert wurden Stiere, die sonst nur Apollo und Mars zukamen – in der Kaiserzeit auch dem Genius des Herrschers. Bis in die Spätantike blieb das Fest beliebt und hatte gar so etwas wie Jahrmarktcharakter!

Einen Monat vorher, am 24. Juni feierten die Römer traditionell ein Bootsfest zu Ehren der Fortuna und einen Monat später, am 17. August die Portunalia beim Heiligtum des Portunus am Forum Boarium. Die kultische Nähe dieser Feste war kein Zufall! Denn das Salz des Meeres (Neptun) wird über Straßen (Fortuna) und Häfen (Portunus) in alle Welt verbracht. Als älteste Kultpartnerin des Neptuns galt bereits sehr viel früher schon die Göttin Salacia, von Lateinisch sal für Salz oder salum für hohe See.

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