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Römer Lexikon

Papsttum in der Antike: Römische Kirche

Kirche Rom
Altar in Santa Maria sopra Minerva in Rome, Italy. By Wknight94 talk via wikimedia commons.

Das Papsttum in der Antike

Aus den ersten beiden Jahrhunderten ist hinsichtlich der Bischöfe von Rom wenig überliefert. In Anlehnung an die kaiserliche Verwaltung hat sich das monarchische Prinzip wohl Mitte des 2. Jhd. n. Chr. entwickelt. Bis dahin hatten der Bischof, die Diakone und Presbyter Entscheidungskraft und repräsentierten die kirchliche Gemeinde nach außen. Wichtig war der stadtrömische Bischof auch aufgrund der häufigen Anrufung seiner Person als Schiedsrichter in religiösen Fragen.

Das Christentum und die römische Kirche

Nach Einführung des Christentums als römische Staatsreligion seit der Zeit des Kaisers Konstantin glichen sich die Verwaltungsstrukturen von Kirche und öffentlicher Verwaltung immer mehr an. Durch staatliche Anerkennung erhielt der Bischof von Rom zusätzliche Autorität. Konkurrenz entstand lediglich durch das Patriachat von Konstantinopel, auf das der Papst in Rom keinen Einfluss gewinnen konnte. Das päpstliche Primat war schwer durchzusetzen. Aquileia, Mediolanum und Ravenna waren lange Zeit kirchlich autonom. Auch die nordafrikanischen Kirchenprovinzen hatten ihre eigenen Wege. Sie fügten sich allerdings in die Kirchenhierarchie ein, als sie die römische Unterstützung gegen die Vandalen brauchten. Im ausgehenden 4. Jhd. n. Chr. nahm die weltliche Macht ab und die kirchliche Gesetzgebung konnte an Macht gewinnen. Die Autorität von Papst Leo I war eindrucksvolles Zeugnis davon.

Geistliche gegen weltliche Herrschaft

Streben des Gelasius I war es, die erreichte Macht theologisch-rechtlich zu unterbauen. Er war es, der die Vorrangstellung der geistlichen gegenüber der weltlichen Herrschaft behauptete. Jede weltliche Macht sollte allein vom Papst bestimmt werden können. Einen Rückschlag gab es bei der Erstarkung des Oströmischen Reiches unter Iustinianus, da sich Papst Vigilius dem Kaiser in Konstantinopel letztendlich fügen musste. Als letzter großer Papst der Antike festigte Gregor der Große die Stellung der Kirche. Er schuf den umfangreichen Kirchenbesitz und legte damit den organisatorischen Grundstein für den späteren Kirchenstaat. In den nächsten Jahrhunderten des Mittelalters war das Papsttum erneut abhängig von den byzantinischen Kaisern. Durch die Bedrohung der Stadt Rom durch die Langobarden wandte sich die römische Kirche schließlich der neuen Großmacht im Westen zu: Frankenreich.

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