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Das römische Reich Römer Lexikon

Forum Romanum | Die Entstehung

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Aufnahme vom Forum Romanum aus dem Jahr 1880.

Entstehung des Forum Romanum in Rom

Bis zum 6. Jhd. v. Chr. war der Ort, an dem das Forum Romanum angelegt wurde, eine sumpfige Ebene zwischen Palatin und Kapitol und von den frühen latinischen Siedlern der antiken Stadt Rom als Begräbnisstätte verwandt wurde.

Erst durch Entstehung des Kanalsystems, Cloaca Maxima, konnten der Sumpf und seine Verlängerung Richtung Tiber, das Velabrum, ausgetrocknet werden.

Nach den Worten von Ovid

Ovid beschreibt den Ort: „Hier, wo die Märkte jetzt sind, lagen früher morastige Sümpfe, Löcher mit Wasser gefüllt, stieg im Tiber die Flut. Das ist der Lacus Curtius, wo im Trockenen ein Altar jetzt steht: Festes Land heute, war es doch früher ein See. Wo das Velabrum jetzt den Festzug zum Circus geleitet, war einst nur Weidengestrüpp, wankendes Schilfrohr zu sehn.“ (Ovid: Fasten 6, 401–406).

Geburt des römischen Forum Iulium

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Relief einer Blume auf dem Forum Romanum.

Um 490 v. Chr. wurden im Tal zwei Tempel erbaut, die den Göttern Saturn und Castor gewidmet wurden. Dadurch entwickelte sich das Forum schnell zum Zentrum der jungen Stadt. Nördlich dieses Platzes wurde schon bald danach ein zweiter Platz angelegt: das Comitium.

Hier wurde römische Politik gemacht, da der Senatssitz, die Curia, und die Rostra, die öffentliche Rednertribüne, direkt anrainten. 145 v. Chr. wurde das politische Geschehen vom Comitium wieder auf das Forum verlagert. Nach dem Tode Gaius Iulius Caesars wurde das Comitium endgültig aufgelöst und das Forum stark erweitert: Das sogenannte Forum Iulium war geboren.

Das Forum Romanum unter der Herrschaft des Kaisers Augustus

Kaiser Augustus gestaltete das antike Forum Romanum stark um. Ein prunkvoller, marmorner Platz entstand, durchaus vergleichbar mit der Akropolis in Athen. Mit geschickten Assoziationen verband Augustus die unter seiner Herrschaft neu errichteten Bauwerke mit der Familie der Julier und leitete so seinen Machtanspruch direkt von den Göttern ab. Besonders deutlich wurde dies bei der bewussten Parallel-Setzung von Pollux und Castor, den Dioskuren (Söhnen des Göttervaters Zeus), mit den Söhnen des Augustus. Zudem richtete er die Rednertribüne und den Tempel neu aus auf den Divus Iulius, den höchsten Staatsgott neben Iupiter Optimus Maximus.

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